Faustschlag Roberto Carlos mimt den Unschuldigen
Madrid - "Ich habe ihn nicht angegriffen, ich habe mich nur gegen einen Fußtritt seinerseits gewehrt, aber keinesfalls hart zugelangt", sagte Roberto Carlos nach Presseberichten vom Freitag. Es sei eher wie ein Reflex gewesen, um Demichelis von sich zu weisen, so der Brasilianer: "Ich habe mich nur wehren wollen." Sein Gegenspieler habe "Theater gespielt".
Hinter dem Vorwurf, er habe sich bei Demichelis nach einem Foul in der zweiten Halbzeit mit einem Hieb ins Gesicht revanchiert, vermutet Roberto Carlos ein Manöver des FC Bayern und der deutschen Presse, um ihn vom Rückspiel am 10. März in Madrid auszuschließen. "Man will mich anscheinend bestrafen, weil ich ein Tor geschossen habe", sagte der 30-jährige Verteidiger.
Roberto Carlos hatte dank eines Patzers von Bayern-Torwart Oliver Kahn sieben Minuten vor dem Ende der Partie mit einem Freistoß das Ausgleichstor für die Spanier erzielt. Die Disziplinarkommission der Uefa hat ein Ermittlungsverfahren gegen Roberto Carlos eingeleitet und will am kommenden Montag über eine Strafe entscheiden.
"Es wäre eine Rote Karte gewesen"
Während Schiedsrichter Terje Hauge Demichelis die Gelbe Karte zeigte, blieb Roberto Carlos unbestraft. "Wenn ich es gesehen hätte, wäre es eine Rote Karte gewesen", sagte der norwegische Referee dem "Kicker". Weil der Schiedsrichter die Tätlichkeit nicht bemerkt hatte, kann die Uefa den Video-Beweis anwenden.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass von der Uefa eine Sperre auf mich zukommt", sagte Roberto Carlos im spanischen Hörfunk, "jeder konnte im Fernsehen sehen, dass mein Gegenspieler sehr hart gegen mich eingestiegen ist. Da hat es im Fußball schon ganz andere Aktionen gegeben."