FC Barcelona Geschockt vom Drittligisten
Barcelona - Mit seinem Ausscheiden aus dem spanischen Fußball-Pokal beim Drittligisten UE Figueras hat der FC Barcelona die größte Blamage seiner 102-jährigen Vereinsgeschichte erlebt. Der 16-malige Meister verlor bei dem Provinzclub mit 0:1 (0:0) nach Verlängerung. Das goldene Tor erzielte in der ersten Minute der Verlängerung Kali Garrido. Sein Schuss wurde vom "Barca"-Libero und Ex-Bayern-Profi Patrik Andersson ins eigene Tor abgelenkt. Das 0:1 von Figueras geht in die Vereinsgeschichte der Blau-Roten ein: Noch nie war Barcelona im Pokal an einem Drittligisten gescheitert und noch nie bereits in der zweiten Hauptrunde ausgeschieden.
"Lächerlich gemacht"
Trainer Carles Rexach machte aus seinem Ärger keinen Hehl: "Wir
haben uns schlichtweg lächerlich gemacht. Ich fürchte, von dieser
Blamage wird man noch lange sprechen." Der Coach musste zwar auf
viele Stammspieler verzichten, konnte aber mit Andersson, Javier
Saviola oder Marc Overmars eine Reihe namhafter Stars aufbieten. Der
Club aus Figueras, der Geburtsstadt Salvador Dalis, wirtschaftet mit einem
Jahresbudget von 1,5 Millionen Mark. Damit
könnte er nicht einmal das Jahresgehalt eines einzigen "Barca"-Profis
bezahlen.
Mit vernichtenden Kommentaren reagierte auch Spaniens Presse
auf das peinliche Ausscheiden der Star-Truppe, die zwar ohne ihren
brasilianischen Nationalspieler Rivaldo, dafür aber mit zahlreichen
anderen Internationalen angetreten war. "Ein beschämendes Lebewohl
vom ersten Pokal dieser Saison", titelte Barcelonas Tageszeitung
"Sport". Von der "größten Enttäuschung in Barcelonas Geschichte"
sprach die Zeitung "Marca".
Der einzige Trost, der sich Barcelona nach der Blamage bietet, ist, dass "Barca" nicht der einzige Erstligist ist, der sich frühzeitig aus dem Pokalwettbewerb verabschieden musste. In der ersten Runde waren bereits mit Titelverteidiger Real Saragossa, Lokalrivale Espanyol Barcelona, Real Sociedad San Sebastian, Teneriffa, FC Sevilla und Real Betis Sevilla an unterklassigen Mannschaften gescheitert. Um den FC Valencia gibt es derzeit noch Diskussionen: Zwar gewann der letztjährige Champions-League-Finalist gegen Novelda mit 1:0, doch kurz vor Schluss wechselte Valencia entgegen der Statuten einen vierten Nicht-EU-Spieler ein, deshalb ist das Sportgericht eingeschaltet worden.