Chaos bei Barça Trainer Enrique schweigt über Streit mit Messi
Barcelona-Trainer Enrique: "Alles bleibt in der Kabine"
Foto: LLUIS GENE/ AFPHamburg - Wird er seinen Rücktritt verkünden? Viel war spekuliert worden vor dieser Pressekonferenz von Barcelonas Trainer Luis Enrique. Von einem Machtkampf mit Superstar Lionel Messi war die Rede, davon, dass der Argentinier mit dem Coach nicht mehr zusammenarbeiten wolle und deshalb Druck gemacht habe.
Ob etwas dran ist an diesen Gerüchten oder nicht - Enrique hat sie vor der spanischen Presse zunächst einmal entkräftet. Der 44-jährige Spanier sagte: "Ich bin noch immer so zuversichtlich wie zu Beginn dieses Abenteuers. Ich kann die ganzen Gerüchte nicht kontrollieren, aber ich habe Vertrauen in uns." Enrique ist seit vergangenem Sommer Trainer in Barcelona, unter ihm spielt der katalanische Klub bislang keine überragende, aber doch ordentliche Saison: Platz zwei in der Liga, mit nur einem Punkt Abstand zu Spitzenreiter Real Madrid.
Doch Messi und Enrique, der als eigenbrötlerisch und stur gilt, verstehen sich nicht wirklich, zuletzt ließ der Trainer seinen Ausnahmespieler sogar auf der Bank. Das gefiel diesem gar nicht, angeblich soll es zu Auseinandersetzungen zwischen beiden gekommen sein. Auch das wollte Enrique nun nicht kommentieren. Er sagte: "Messi ist der beste Spieler der Welt. Es ist nicht nötig, mehr zu sagen. Die Dinge, die in der Kabine passieren, bleiben in der Kabine."
Auch soll der Trainer nach der Niederlage gegen San Sebastian am Wochenende (0:1) - bei der Messi erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde - nicht vor ein Ultimatum gestellt worden sein, wie zuletzt von spanischen Medien behauptet worden war. Nur wenn das Team das Pokalspiel am Donnerstag gegen den FC Elche und das Punktspiel am Sonntag gegen Atlético Madrid gewinne, dürfe der Trainer bleiben, hieß es. Was Enrique allerdings zugab: Die Entlassung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta habe ihn in seiner Position geschwächt.
Einige Stunden nach Enrique trat auch Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu vor die Presse - mit einer Ankündigung: Es werde zum Ende der Saison vorgezogene Wahlen geben. So solle die "angespannte Stimmung entspannt" werden. Eigentlich läuft die Amtszeit von Bartomeu, der den Posten erst vor gut einem Jahr von Sandro Rossell übernommen hatte, noch bis Sommer 2016.
Laut spanischen Medienberichten bereitet der ehemalige Präsident Joan Laporta bereits eine Kandidatur vor. Im Mittelpunkt des Wahlprogramms soll die Rückkehr von Bayern-Trainer Pep Guardiola als Sportdirektor stehen. Guardiola hat bei den Münchnern aber noch einen Vertrag bis 2016.