FC Bayern Das Ende der Rotation
München - "Wir werden nur dann gewaltig rotieren, wenn die Leistung stimmt und es der Grad der Ermüdung erfordert", sagte der Fußball-Lehrer, der häufige Wechsel in der Mannschaft als Erfolgsprinzip eingeführt hatte, in einem "kicker"-Interview. "Einige Spieler dachten nach dem guten Start, 80 oder 90 Prozent würden ausreichen", kritisierte Hitzfeld.
Trotz der bereits vierten Saisonniederlage am vergangenen Samstag beim FC Schalke 04 (2:3) verteidigte der Bayern-Coach den Einsatz von Stefan Effenberg, der bei seinem Bundesliga-Comeback 90 Minuten durchspielte. "Wenn ich ihn jetzt nicht bringe, wann dann? Nach der Winterpause, damit er nochmals sechs Wochen verliert? Er muss fit gemacht werden, das geht nur über Spiele. Alles andere ist Polemik", betonte Hitzfeld. Spekulationen, wonach Effenberg selbst den Zeitpunkt seines Comebacks nach dreimonatiger Verletzungspause durchgesetzt habe, bezeichnete der Trainer als "Schwachsinn". Er allein stelle die Elf auf, "nach den Erfolgsaussichten, nicht nach Sympathie. Ich allein entscheide, ich muss den Kopf hinhalten", so Hitzfeld. Außerdem sei Effenberg in Schalke einer der besseren Spieler gewesen.
Für das nächste Heimspiel an diesem Samstag gegen Eintracht Frankfurt stellte Hitzfeld eine mögliche Abkehr von der Viererkette in Aussicht. "Ich weiß es noch nicht. Es kommt immer auf die personellen Möglichkeiten an."
Hitzfeld und Effenberg widersprachen einer Aussage von Giovane Elber, wonach man sich nach vier Niederlagen auf die Champions League konzentrieren könne. "An erster Stelle steht die Meisterschaft", erklärte Hitzfeld. Effenberg, der vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt über Schmerzen im Lendenwirbelbereich klagt, gibt die Zielvorgabe aus: "Bis Weihnachten wollen wir Erster sein."