FC Bayern: "Die Grenzen aufgezeigt" - DER SPIEGEL
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FC Bayern "Die Grenzen aufgezeigt"

Statt die Fehler nach der Niederlage in Madrid in den eigenen Reihen zu suchen, macht Bayern-Boss Rummenigge lieber andere für das Ausscheiden verantwortlich. Nur Präsident Franz Beckenbauer findet nach dem Europacup-Versagen der deutschen Teams klare Worte: "Jetzt gehen die Lichter aus."
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Madrid - Nach dem Ausscheiden aus der Champions League durch die 0:1-Niederlage bei Real Madrid droht dem Rekordmeister eine Saison ohne Titel. Doch trotz des mutlosen Auftritts im Estadio Santiago Bernabeu herrschte beim anschließenden Bankett im Nobel-Hotel "Villa Magna" gute Stimmung. Man beglückwünschte sich zu einem "ehrenvollen Abgang" aus der Champions League und suchte die Fehler lieber beim Schiedsrichter.

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Champions League-Fotostrecke: Kampf, Emotionen, Ausscheiden

Foto: DDP

"Es wäre schön, wenn uns die Uefa mal gute Schiedsrichter schicken würde und nicht die dritte Kategorie", schimpfte Rummenigge über den Schweizer Urs Meier, der genauso wie Hinspiel-Schiedsrichter Terje Hauge zu den Top-Referees der Fifa gehört. Doch für Rummenigge hängt die Qualität der Unparteiischen allein von deren Herkunft ab: "Was hier rumläuft, ist absolut abenteuerlich. In München einen Norweger und nach Madrid einen Schweizer zu schicken, halte ich schon für ein starkes Stück", polterte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, "und hier in Madrid hat man einen Schweizer, der die Dinge absolut nicht im Griff hat." Dass Urs Meier in der Vergangenheit nicht unbedeutende Spiele wie das WM-Halbfinale Südkorea gegen Deutschland gut leitete, ist Rummenigge offensichtlich entgangen.

Doch der Bayern-Vorstandsvorsitzende war in Austeil-Laune und polterte munter weiter: "Die Kassenlage bei den südeuropäischen und englischen Clubs wird in der nächsten Saison bescheiden sein. Ich möchte mal sehen, welcher Verein sich dort in diesem Jahr noch einen großen Transfer leisten kann." Nach kümmerlichen zwei Siegen aus den letzten 15 Champions-League-Spielen konzentriere man sich nun - zwangsläufig - auf die Bundesliga. "Wir wollen noch voll auf den Meistertitel losgehen", lautete die Kampfansage von Kapitän Oliver Kahn an Spitzenreiter Werder Bremen.

Allein Präsident Franz Beckenbauer analysierte das Spiel gegen die keineswegs "galaktische" Real-Elf unverblendet: "Es war zu wenig, um Real zu schlagen", sagte der "Kaiser", der sich vor allem den enttäuschenden Michael Ballack vornahm: "Den Vergleich mit Zidane kann er nicht halten. Ihm wurden die Grenzen aufgezeigt."

Das kollektive Versagen der deutschen Clubs auf europäischer Ebene zeichnet nach Ansicht des Bayern-Präsidenten ein treffendes Bild von der Qualität der Bundesliga. "Man muss sich Gedanken machen, wohin der deutsche Vereinsfußball geht. Langsam gegen die Lichter aus. Zufall kann das nicht mehr sein. Die Situation ist peinlich."

In der Fünf-Jahres-Rangliste der Uefa, nach der die internationalen Startplätze vergeben werden, liegt Deutschland auf dem vierten Platz. Spanien, Italien und England sind weit enteilt und auf Jahre hinaus nicht einzuholen. Stattdessen kommt der Tabellenfünfte Frankreich, der gleich zwei Mannschaften im Champions-League-Viertelfinale hat und mit drei Teams im Uefa-Cup-Achtelfinale vertreten war, der Bundesliga immer näher.

Absage an den Dortmunder Dede

Für Rummenigge "kein Grund, eine Grundsatzdebatte über das Niveau des deutschen Fußballs" zu führen. Er teilte lieber weiter aus, auch gegen den angeblich auf der Münchner Einkaufsliste stehenden Dede: "Leute wie Dede spielen keine Rolle. Die können sich ihre Schecks in Katar abholen. Solche Spieler brauchen wir nicht."

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