FC Bayern München Effenberg attackiert Beckenbauer & Co.
München - "Ist Franz Beckenbauer der Trainer? Ottmar Hitzfeld muss mir das sagen. Egal ob heute, morgen oder am Donnerstag", kommentierte Effenberg in der Münchner Tageszeitung "tz" den Vorschlag Beckenbauers, das Bundesligaspiel am Samstag in Wolfsburg sausen zu lassen, "soll ich mich jetzt noch im Training aufdrängen? Bei aller Liebe, aber wirklich nicht."
"Wir haben ihm empfohlen, nicht mit nach Wolfsburg zu fahren. Denn das ist dort eine Arbeiterstadt. Das könnte wieder zu neuen Missverständnissen führen", hatte Beckenbauer wegen Effenbergs umstrittener Interview-Aussagen über Arbeitslose erklärt. Im Bundesliga-Heimspiel am vergangenen Samstag gegen Hertha BSC (3:0) war der zum Saisonende scheidende Bayern-Spielmacher nicht berücksichtigt worden. Am Donnerstag will Hitzfeld bekannt geben, ob Effenberg in der Begegnung bei den Niedersachsen mit dabei sein wird.
Zudem deutete Effenberg eine gewisse Enttäuschung über die Führungscrew des amtierenden Weltpokalsiegers an. Angesprochen auf frühere Aussagen, er wolle zum Abschied in München gemeinsam mit Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Beckenbauer Bilanz ziehen, erklärte der Bayern-Kapitän: "Warum soll ich mich noch an den Tisch setzen? Ich blicke auf das zurück, was ich erreicht habe, was ich hochgehalten habe. Ich stelle mich morgens vor den Spiegel, und - glauben Sie mir - ich muss mich nicht wegdrehen."
"Nicht die Menschen gemeint, die sich anstrengen"
Dass der Verein nicht zu ihm steht, sei geschäftlich begründet, sagte Effenberg, der Dienstagmorgen wieder am Mannschaftstraining teilnahm, nachdem er am Vortag wegen eines "privaten Termins" freibekommen hatte. "Der FC Bayern ist ein großes Unternehmen, das noch viele, viele Jahre in Deutschland bestehen will. Und da gilt es ganz einfach, sich keine Blöße zu geben", sagte der 33-Jährige.
Seine Aussagen über Arbeitslose habe er nicht zurückzunehmen, betonte Effenberg. Er wolle jedoch eines klarstellen: "Ich habe nicht die Menschen gemeint, die sich wirklich anstrengen. Sondern diejenigen, die einfach Arbeitslosenunterstützung beziehen und sich überhaupt nicht bemühen. Wer das falsch verstanden hat, versteht es vielleicht jetzt."