FC Bayern München Rummenigge droht Effenberg
München - "Stefan muss sich selbst prüfen, ob er es immer so macht, wie man es von einem Bayern-Kapitän erwarten darf", kritisierte Rummenigge den Spielmacher in einem "Kicker"-Interview.
Insbesondere der Effenbergsche Auftritt während der vereinsinternen Weihnachtsfeier hat den Beckenbauer-Stellvertreter erzürnt. "Stefan muss sich hinterfragen, ob er mit solchem Auftreten, den FC Bayern wiedergibt - er will ihn ja repräsentieren."
Der gleichermaßen umstrittene wie kreative Ausnahmefußballer ("Ich trete so auf, wie ich es für richtig halte") war in Cowboystiefeln und roter Lederhose aufgelaufen. Zudem hatte Effenberg in einer wohl launig gemeinten Rede über Clubchef Franz Beckenbauer und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber gelästert: Beide brächten in punkto Stadionneubau "nichts zu Stande".
"Im Zweifelsfall muss man halt Vorgaben machen"
Für Rummenigge ist nach dieser neuerlichen Episode das Maß nun voll. "Im Zweifelsfall muss man halt Vorgaben machen, wenn die Mannschaft nicht weiß, wie man sich anzuziehen hat." Das eine oder andere sei zu korrigieren - "mit dem nötigen Druck". Schließlich hätten die Spieler nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.
Auch und gerade Profis wie Stefan Effenberg müssten sich ständig vergegenwärtigen, dass der deutsche Rekordmeister nicht irgendein x-beliebiger Verein sei, fordert der frühere Münchner Spieler. "Der FC Bayern ist ein anderer Club als jeder andere in Deutschland", so Rummenigge, "wenn die Spieler das falsch interpretieren, holen wir sie auf den Boden zurück."
"Spieler sollten sich den Trainer als Vorbild zu nehmen"
Diese Ankündigung sei keine leere Drohung: "Wir sind keine Leute der hohlen Worte. Die Spieler sind gut beraten, sich den Trainer als Vorbild zu nehmen: Ottmar Hitzfeld repräsentiert den FC Bayern optimal." Er habe jedoch den Eindruck, dass viele der heutigen Spieler ihrem Beruf nicht mit dem notwendigen Ernst nachgehen würden. "Fußballprofi ist ein schöner Beruf, da muss man glücklich sein. Zuweilen meint man, mancher Spieler müsse sich täglich zu seinem Arbeitsplatz quälen."
Deshalb müsse der FC Bayern München "von dem einen oder anderen Spieler mehr einfordern, als uns hin und wieder geboten wird". Man sei sich im Club einig: "Wir behalten uns vor, dass wir künftig das Optimum konsequent einfordern. Sollte der eine oder andere Spieler damit Schwierigkeiten haben und an Sättigung leiden, muss man darüber nachdenken. Das Feuer muss immer brennen."