FC Bayern Schweinsteiger kontert Hoeneß-Kritik
Hamburg - Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat die öffentliche Kritik von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß gekontert. "Ich weiß, was er damit bezwecken will. Ich kann auch verstehen, dass er nach einer Saison ohne Titel enttäuscht ist. Aber man sollte mehr miteinander als übereinander reden", sagte der 24-Jährige.
Bayern-Profi Schweinsteiger: "Miteinander reden"
Foto: Getty ImagesEr habe in dieser Saison rund 45 Spiele für den FC Bayern bestritten, "alle von Anfang an. Das schaut von der Statistik her nicht so schlecht aus". An einen Abschied vom Rekordmeister denkt Schweinsteiger auf jeden Fall nicht: "Sonst hätte ich doch keinen Vertrag bis 2012 unterschrieben." Hoeneß hatte eine deutliche Warnung an den 65-maligen Nationalspieler ausgesprochen. "Man muss ihm die Frage ganz klar stellen, ob er weiterhin nur ein Mitläufer sein will. Ob das, was er im letzten Jahr gezeigt hat, so ist, wie er es sich bei uns vorgestellt hat."
Abwehrspieler Philipp Lahm hat zudem allen Wechselgerüchten eine Absage erteilt und will auch in Zukunft für den FC Bayern spielen. "So ist das", sagte der 25-jährige Außenverteidiger der "Abendzeitung" auf die Frage, ob er definitiv auch in der kommenden Saison für den deutschen Rekordmeister auflaufen werde. "Ich habe einen Vertrag beim FC Bayern bis 2012." Lahm war zuletzt wiederholt mit europäischen Top-Vereinen wie Champions-League-Sieger FC Barcelona in Verbindung gebracht worden. Allerdings hatte die Bayern-Führung auch stets betont, Lahm unbedingt halten zu wollen.
"Ich will mit dem FC Bayern wieder Erfolg haben", sagte Lahm. Dafür müsse der Rekordmeister unter seinem künftigen Trainer Louis van Gaal aber wieder alte Tugenden zeigen. "Wir müssen viel konstanter werden. Wir haben zu viele Niederlagen kassiert. Uns hat die Ordnung auf dem Platz gefehlt", sagte der Nationalspieler weiter. "Defensive und Offensive - das muss zusammenpassen."
Nach der Verpflichtung von Mario Gomez muss aller Voraussicht nach ein Stürmer aus dem Kader der Bayern weichen. "Ich glaube nicht, dass wir mit fünf Stürmern in die Saison gehen", sagte Hoeneß der "Bild"-Zeitung. Welcher Stürmer aussortiert werde, wollte er nicht sagen. Es könnte Weltmeister Luca Toni treffen. Gomez und Ivica Olic wurden gerade erst verpflichtet, Miroslav Klose gilt als gesetzt. Der Vertrag des Italieners läuft noch bis 2011. Ob er den Club tatsächlich vorzeitig verlassen muss, hängt offenbar vom Urteil des neuen Trainers Louis van Gaal ab. Außerdem ist unklar, ob ein Club gefunden wird, der die hohen Gehaltsforderungen Tonis erfüllen kann.
Der ehemalige Bayerntorwart Oliver Kahn hat mit Unverständnis auf das Werben des Rekordmeisters um Torwart Manuel Neuer reagiert. "Ich kann da vieles nicht mehr nachvollziehen", sagte Kahn der "tz". "Neuer ist nicht mehr und nicht weniger als ein talentierter Torwart. Er hat immer wieder Phasen, wo er stark hält - aber auch immer wieder Phasen, wo er sehr fehleranfällig ist", sagte der frühere Nationaltorhüter.Der FC Bayern, bei dem in der abgelaufenen Saison der ursprünglich als Kahn-Nachfolger vorgesehene Michael Rensing durch Routinier Jörg Butt abgelöst worden war, stehe es bei der Verpflichtung eines neuen Schlussmannes vor einer Grundsatzfrage. "Es geht darum, entweder auf einen erfahrenen Torhüter oder auf ein Talent zu setzen." Eine Verpflichtung Neuers könne dabei keine Lösung sein, betonte Kahn. "Ich weiß nicht, wo der große Unterschied zwischen Rensing und Neuer sein soll."