FC Bayern vor Champions-League-Rückspiel in Basel - DER SPIEGEL
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CL-Rückspiel der Bayern Versagen verboten

Es ist die bisher wichtigste Partie der Spielzeit: Scheidet Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Basel aus, ist das große Saisonziel vorzeitig abgehakt. Die Bayern brauchen ein schnelles Tor - sonst wird es richtig gefährlich.
CL-Rückspiel der Bayern: Versagen verboten
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CL-Rückspiel der Bayern: Versagen verboten

Foto: Matthias Schrader/ AP
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Es ist gerade einmal zwei Monate her, da machte es sich Philipp Lahm auf einem Sofa im Hotel Grand Heritage Doha bequem. Beglückt von der erfolgreichen Hinrunde und der Harmonie im Trainingslager unter der Wüstensonne sinnierte der Außenverteidiger vor den Journalisten über das, was möglich sei mit dem FC Bayern.

Der Kapitän des Rekordmeisters und der deutschen Nationalmannschaft hatte sich seine Worte wie gewohnt sorgfältig zurechtgelegt. Er sprach über die Leistungsträger der Münchner, die im besten Alter seien, und sagte: "Damit hat man die Möglichkeit, etwas über mehrere Jahre zu schaffen, immer wieder ins Champions-League-Halbfinale zu kommen und irgendwann auch den Titel zu holen." Lahm war sich sicher: Endlich entsteht etwas Großes.

68 Tage später muss man festhalten, dass es bei der Umsetzung von Lahms Masterplan noch gewaltig hapert. Eine Spielphilosophie ist bei Bayern München nicht zu erkennen, die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes hat lediglich dank ihrer Einzelkönner noch die Möglichkeit, alle drei Wettbewerbe erfolgreich abzuschließen.

Das Unvorstellbare ist vorstellbar geworden

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Am späten Dienstagabend könnten aus drei Titelchancen nur noch zwei werden. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) treffen die Bayern auf den FC Basel. Nach dem 0:1 im Hinspiel ist das an sich unvorstellbare Ausscheiden gegen den Schweizer Meister vorstellbar geworden.

Für die Münchner wäre das eine Katastrophe. Am 19. Mai findet das Champions-League-Finale in der Münchner Arena statt, die Verantwortlichen haben die Teilnahme daran in den vergangenen Monaten stets als Ziel beschworen. "Da müssen wir dabei sein", hatte Präsident Uli Hoeneß schon im Winter 2010 getönt. Nun sagt er: "Wenn wir ausscheiden, ist es schwierig, diese Saison noch gut zu machen." Noch nach der Hinspielpleite in Basel erinnerte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge seine Profis beim Festbankett an das große Ziel.

Nun kann man darüber streiten, ob es überhaupt realistisch für den FC Bayern 2012 ist, an das Endspiel nur zu denken. Dennoch und bei aller Wertschätzung für den Fußball, der in Basel gespielt wird: Bayern München mit seinen Ansprüchen muss schlichtweg in der Lage sein, einen Gegner wie den Schweizer Meister über zwei Spiele zu besiegen. Wäre Basel ein Team in der deutschen Bundesliga, es würde wahrscheinlich um die Plätze fünf bis sieben spielen.

Nur ein frühes Tor hilft den Bayern weiter

Die Münchner haben in jedem Fall die deutlich besseren Fußballer in ihren Reihen - auch weil Mittelfeldspieler und Organisator Bastian Schweinsteiger ("Ich bin heiß und will spielen") wieder hergestellt ist und vermutlich im Lauf des Spiels zum Einsatz kommt.

Gelingt im Rückspiel die Wende, wird nach Bayern-Art die Hinspiel-Niederlage als unbedeutend abgehakt. Möglicherweise hätte so ein Erfolgserlebnis sogar eine ähnlich befreiende Wirkung wie jener Abend im Dezember 2009, als das Team des damaligen Bayern-Trainers Louis van Gaal aus einer sportlichen Krise heraus 4:1 bei Juventus Turin gewann und danach ins Rollen kam. Damals reichte der Schub aus, um die Mannschaft bis ins Champions-League-Finale zu tragen.

So banal das klingt: Die Bayern werden gegen Basel ein frühes Tor benötigen, dann sollten sie sich wenig sorgen. Wie schon in den vergangenen Wochen wird die Elf von Beginn an temporeiche Angriffe fahren. In der Hoffnung, dass es so läuft wie am vergangenen Wochenende in der Liga: Gegen Hoffenheim schoss Mario Gomez schon nach fünf Minuten den Führungstreffer - am Ende stand es 7:1.

Umgekehrt haben die Bayern zuletzt auch bewiesen: Wenn es seine Chancen zu Spielbeginn nicht nutzt, wird das Team überraschend schnell hektisch und nervös. Das war im Hinspiel in Basel so, das war auch bei der 0:2-Pleite in der Liga in Leverkusen der Fall. In beiden Partien hatte die Heynckes-Elf ihre Torgelegenheiten in der ersten Hälfte. Man ließ sie ungenutzt und brach am Ende ein.

Weil der Trainer bisher noch kein Konzept offenbart hat, mit dem die gegnerischen Defensiven auf intelligente Art ausgehebelt werden können, bleiben den Bayern zumeist ihre Einzelaktionen. Das System der Bayern reduziert sich mehr denn je auf die Namen Arjen Robben und Franck Ribéry. Eine Philosophie sieht anders aus.

Kommen die Bayern weiter, ist wieder alles gut an der Säbener Straße. Bis zur nächsten Niederlage.