FC Porto: Alles zum Bayern-Gegner - DER SPIEGEL
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Bayern-Gegner Porto Der Kleine unter den Großen

Schnelle Stürmer und ein Trainer mit dem Händchen für Talente: Der FC Porto ist gegen den FC Bayern in der Champions League zwar klarer Außenseiter, aber damit haben die Portugiesen schon einmal beste Erfahrungen gemacht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie stark ist der FC Porto? Das Team ist so etwas wie der FC Bayern Portugals. Zwar musste man in der Vorsaison Benfica Lissabon den nationalen Titel überlassen, aber ansonsten ist Porto der Abonnementsmeister im Land. Im Moment allerdings ist die Mannschaft wieder nur Zweiter. Wieder liegt Benfica vorn, der Rückstand beträgt vier Punkte. International ist Porto Dauergast in der Champions League, jedoch war meist im Viertelfinale Endstation. Ein Kleiner unter den Großen.

Wie ist die Bilanz gegen deutsche Teams? Durchwachsen. Dem unvergessenen Europapokal-Triumph gegen die Bayern 1987 folgten vier weitere Duelle gegen die Münchner, von denen Porto kein einziges gewinnen konnte. Zuletzt setzte sich der FC Schalke im Champions-League-Achtelfinale 2008 gegen die Portugiesen durch. Manuel Neuer war der Held im damaligen Elfmeterschießen. In Bremen hat man die Champions-League-Niederlage von 1994 noch nicht vergessen. Porto siegte damals im Weserstadion 5:0.

Wer sind die Stars? Jackson Martinez sollte die Münchner Abwehr nicht unbedingt aus dem Auge verlieren. Der Kolumbianer hat in der Liga schon wieder 17-mal getroffen, in den vergangenen beiden Spielzeiten war er Torschützenkönig des Landes. Auch in dieser Champions-League-Saison steht er bereits bei fünf Treffern. In der Abwehr sorgen der Niederländer Bruno Martins Indi und der Brasilianer Maicon für Struktur. Der algerische Nationalspieler Yacine Brahimi gibt im Mittelfeld die Impulse und ist dazu noch torgefährlich.

Kennt man den Trainer? Als Profi stand der Spanier Julen Lopetegui bis 2002 unter anderem bei Erstligist Rajo Vallecano zwischen den Pfosten. Dort hat er auch seine Trainerlaufbahn begonnen, wechselte dann aber relativ rasch zum spanischen Verband. Mit seinem Namen sind die Erfolge spanischer Nachwuchsteams ab 2010 verbunden, er betreute die U21, die 2013 Europameister wurde. Vor dieser Spielzeit wechselte der 48-Jährige nach Porto.

Welche Erfolge hat der Verein? Zweimal hat der FC Porto die Champions League gewonnen, 1987 auch dank des berühmten Hackentors von Rabah Madjer gegen die Bayern, 2004 gegen den AS Monaco. Trainer war damals ein gewisser José Mourinho. 27-mal hat das Team die nationale Meisterschaft gewonnen. Das können selbst die Bayern nicht vorweisen.

Wo liegen die Stärken des Teams? Die Stürmer Martinez und der Kameruner Vincent Aboubakar sind schnell, wendig, dribbelstark. Zudem ist die Defensive bei Porto traditionell stabil. Auch in dieser Saison hat die Mannschaft in 25 Partien erst zehn Gegentreffer hinnehmen müssen, noch eines weniger als die Bayern in der Bundesliga.

Wo ist der FC Porto zu packen? Porto hat auf den Außenpositionen seine Schwächen. Torwart Fabiano Freitas gilt nicht als Keeper erster internationaler Klasse. Im Mittelfeld fehlen außer Brahimi die ganz großen Ideengeber.