FCK-Spendenaktion "Wir Spieler können nicht wegschauen"
Kaiserslautern - Not schweißt zusammen: Durch ihre in der Fußball-Bundesliga bisher einzigartige Spendenaktion haben die Spieler des 1. FC Kaiserslautern dem Verein mit 1,5 Millionen Euro neuen finanziellen Spielraum verschafft. Zudem verhinderte die Auszahlung des am Dienstag von der Lotto Rheinland- Pfalz bewilligten Darlehens in Höhe von 5 Millionen Euro für die Transferrechte an Miroslav Klose die drohende Insolvenz.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) zeigte sich begeistert von dem neuen Wir-Gefühl. "Ich werte das finanzielle Engagement der Spieler als ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein und als Ermutigung dafür, dass von nun an alle Kräfte für eine positive Zukunft des Vereins an einem Strang ziehen", sagte der Ministerpräsident am Freitag. Auch der Notvorstand des Clubs, René C. Jäggi, erwartet nun einen Aufbruch zu neuen Ufern. "Diese Unterstützung wird uns auch sportlich einen Schub geben", sagte der Schweizer.
Baslers beeindruckende Rede
Mario Basler war zusammen mit Kapitän Thomas Hengen der Motor der Spieleraktion, der sich am Freitag spontan auch Trainer Erik Gerets anschloss. "Seine Rede war einmalig", lobte Vorstandsmitglied Gerhard
Herzog das Engagement des gebürtigen Pfälzers Basler. Die Einigkeit unter den Spielern, auch in die eigene Tasche greifen zu müssen, war groß. "Der FCK steht seit Jahren für eine große Familie, und das
wollten wir mit der Aktion zum Ausdruck bringen. Wir hoffen, dass die Verhandlungen mit den Banken für den Vorstand jetzt einfacher werden", sagte Torhüter Georg Koch. "In einer solchen Situation, in der es um die Existenz des Vereins und damit um etwas ganz Wesentliches für die gesamte Region geht, können wir Spieler nicht wegschauen, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit, den Verein zu unterstützen", fügte FCK-Kapitän Thomas Hengen hinzu. Jäggi lobte den Charakter des Teams. "Die Spieler sind durch die Krise zusammen gerückt. Es gibt wieder eine Mannschaft mit klaren Zielen: Verhinderung des Konkurses und des Abstiegs."
Auch die finanzielle Hilfe durch den Lotto-Konzern hat nach Meinung von Ministerpräsident Beck eine besondere Bedeutung. "Es zeigt, dass alle sehen, dass der FCK nicht nur ein Fußball-Verein ist, sondern ein Imageträger für das ganze Land. Auch mit der Perspektive als WM-Standort 2006." Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler verhehlte nicht, dass die Landesregierung mit dem bekennenden FCK-Anhänger Beck an der Spitze "positiven Druck" bei einer Bewilligung des Darlehens ausgeübt habe.
Versicherung für Kloses Transferwert
"Es gab keine Anweisung. Wir selbst fühlen uns dem FCK verpflichtet. Wir haben mit gekämpft, um die WM 2006 nach Kaiserslautern zu holen. Da stecken wir jetzt nicht zurück", erklärte Schössler. Den Kredit zahlt das Koblenzer Glücksspielunternehmen aus seinen Rücklagen. Für den Fall, dass der Transferwert Kloses in der
Vertragslaufzeit sinken sollte, schloss der 1. FC Kaiserslautern zur Absicherung eine Versicherung ab.
Über den Berg ist der mit 17,8 Millionen Euro verschuldete Club aber nicht. Doch die Gewährung des Lotto-Darlehens verbessert die Position bei den anstehenden Verhandlungen bei den Banken über zinsgünstige Darlehen für den WM-Ausbau des Fritz-Walter-Stadions. "Ende kommender Woche sollte alles geklärt sein", sagte Jäggi, der nur Verträge unterzeichnen will, die "wir auch einhalten können".