Fehlstart Hansa Rostock entlässt Berger
Rostock - "Die Zusammenarbeit mit Jörg Berger wird nicht fortgesetzt. Wir haben uns von unserer Zielstellung zu weit entfernt", sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer, der den direkten Wiederaufstieg zum Saisonziel erklärt hat. Ein weiterer Grund soll die Kritik einzelner Spieler an Berger gewesen sein.
Schon nach dem 1:2 im ersten Heimspiel gegen Aufsteiger Kickers Offenbach waren Stimmen laut geworden, dass es zwischen Berger und der Mannschaft atmosphärische Störungen gäbe. Das peinliche 1:4 der Norddeutschen beim TSV 1860 München am vergangenen Freitag verstärkte den Eindruck, die Mannschaft spiele gegen den Trainer. Abwehrspieler Denis Lapaczinski sogar sagte, der Saisonstart sei das Ergebnis der Vorbereitung, die Mannschaft sei nicht fit.
Berger genoss zuletzt auch in der Führungsetage kaum noch Rückhalt. "Natürlich ist Lapaczinskis Aussage heftig. Aber wir leben immer noch in einem Land der freien Meinungsäußerung", sagte der kommissarische Aufsichtsratschefs Wolfgang Holz nach dem Affront des Profis gegen den Trainer.
Berger, der 1996 wegen ähnlicher Vorwürfe den FC Schalke verlassen musste, hatte den Club in der Winterpause als abgeschlagenen Tabellenletzten der Bundesliga übernommen. Zwar spielte die Mannschaft eine respektable Rückrunde, konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern. Wochenlang war unklar, ob Berger seinen Vertrag, der noch bis 2006 datiert war, auch in der zweiten Liga erfüllen würde.
Als aussichtsreichster Kandidat für Bergers Nachfolge gilt der derzeit vereinslose Frank Pagelsdorf. Der 47-Jährige, der bis Ende Juni in Dubai tätig war, trainierte die Hanseaten bereits von 1994 bis 1997 und stieg mit dem Club 1995 in die Bundesliga auf. Vorerst wird Ex-Keeper und Torwarttrainer Perry Bräutigam als Interimscoach die Mannschaft betreuen.