Fehlstart: Harmlose Schalker verlieren in Eindhoven - DER SPIEGEL
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Fehlstart Harmlose Schalker verlieren in Eindhoven

Für den FC Schalke 04 verlief die Rückkehr in die Champions League enttäuschend: Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick unterlag beim niederländischen Meister PSV Eindhoven. Vor allem der Schalker Angriff enttäuschte.
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Eindhoven - Das entscheidende Tor beim 1:0 (1:0)-Sieg der Holländer erzielte PSV-Stürmer Jan Vennegoor of Hesselink mit einem Kopfball in der 33. Minute. Die Schalker spielten vier Jahre nach ihrem Debüt in der Champions League vor allem in der ersten Halbzeit ängstlich und entwickelten kaum Torgefahr. Erst im zweiten Spielabschnitt kam der Bundesligaclub etwas besser in Tritt und machte Druck, Eindhoven verlegte sich auf Entlastungsangriffe. Trotzdem blieben die Schalker vor dem PSV-Tor insgesamt zu harmlos.

Beide Mannschaften kamen nur schwer ins Spiel. Erst nach einer Viertelstunde erarbeitete sich Eindhoven, Champions-League-Halbfinalist der vergangenen Saison, ein Übergewicht und erspielte sich einige Torchancen. Bei einem Heber von Timmy Simons (16.) hatte Schalke-Torhüter Frank Rost einige Mühe. Drei Minuten später musste er gegen DaMarcus Beasley eingreifen. Die erste nennenswerte Tormöglichkeit der Gäste vor der Pause besaß Kevin Kuranyi (25.), der nach einem Freistoß von Lincoln kurz vor dem Tor den Ball nicht traf.

Der Eindhovener Treffer resultierte aus einer Unachtsamkeit in der Schalker Hintermannschaft. Nach einer Ecke von US-Nationalspieler Beasley stand der 1,92 Meter große Vennegoor of Hesselink völlig frei und köpfte zur Führung ein. "Es gibt nur einen starken Kopfballspieler bei Eindhoven, und der steht völlig frei. Das geht nicht. So gewinnt man keine internationalen Spiele", schimpfte Manager Rudi Assauer zur Pause und sprach von einer "katastrophalen Leistung" sowie "einigen Totalausfällen" im Team.

Folglich hätte der PSV, der nach dem Abgang von fünf Leistungsträgern in der Sommerpause (Mark van Bommel, Johan Vogel, Ji-Sung Park, Young-Pyo Lee und Wilfred Bouma) sowie dem Ausfall von Alex längst nicht den Glanz aus der Vorsaison versprühte, in der ersten Halbzeit deutlich höher führen können. Beasley (19. und 39.) sowie Philip Cocu (41.) ließen allerdings gute Torgelegenheiten ungenutzt. Auf der Gegenseite tauchte lediglich einmal Kevin Kuranyi nach einem Freistoß von Lincoln gefährlich vor dem Tor auf (25.).

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Im zweiten Durchgang waren die Gäste bemühter und erhöhten ein wenig das Tempo. Das lag aber auch daran, dass sich der PSV in die eigene Hälfte zurückzog und den Vorsprung nur noch verwaltete. Zwingende Torchancen blieben aber auf Schalker Seite Mangelware. Die besten Möglichkeiten zum Ausgleich hatten Sand, der per Kopf aus drei Metern scheiterte (60.) sowie der eingewechselte Sören Larsen (87.), der für Sand gekommen war. Neben Torhüter Rost gehörte bei Schalke Verteidiger Rafinha zu den wenigen Lichtblicken.

Die brasilianische Fünf-Millionen-Neuverpflichtung, die in der Bundesliga bisher nur neun Minuten im Einsatz gewesen war, kam auf der rechten Abwehrseite zu seinem Champions-League-Debüt und sorgte für ein wenig Schwung im Schalker Spiel. Er wurde für den zuletzt formschwachen Zlatan Bajramovic aufgeboten. Auf die für ihn ungewohnte linke Abwehrseite rückte Hamit Altintop. Doch trotz großen Bemühens hatten beide ihre Schwierigkeiten mit den schnellen PSV-Außen Jefferson Farfan aus Peru und Beasley. Zudem mussten die Schalker auf den schwer verletzten Nationalspieler Gerald Asamoah verzichten. Bei den Gastgebern verdienten sich dagegen Beasley und Ibrahim Afellay, der in der 84. Minute die Großchance zum 2:0 vergab, die Bestnoten.

"Es ist unglaublich ärgerlich, ohne Punkte nach Hause zu fahren. Wenn man in der Champions League nicht sofort da ist, wird man bestraft. Es war nicht notwendig zu verlieren", sagte Schalke-Kapitän Sand verärgert. Trainer Rangnick klagte, "dass wir nicht zufrieden sein können". Am Anfang habe seine Mannschaft zu nervös agiert und das Spiel zu sehr in die Breite gezogen. Assauer sagte, dass er "unheimlich enttäuscht" sei. Er habe für diesen Auftritt keine Erklärungen. "Wenn wir eine normale Form gehabt hätten, hätten wir Eindhoven heute weggeputzt. Aber wir hatten diese Form nicht. Jetzt stehen wir mit leeren Taschen da."

Rangnick teilte grundsätzlich die Einschätzung seines Managers, widersprach aber Gerüchten, dass es zwischen ihm und Assauer atmosphärische Störungen gebe. "Wir haben hier aber nicht gegen eine Gurkentruppe verloren", so der Trainer, der die momentan fehlende Zielstrebigkeit seiner Mannschaft kritisierte. Für die künftigen Auftritte in der Champions League gab Rangnick noch am Abend die Richtung vor: "Wir müssen grundsätzlich anders auftreten. Was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, war viel zu halbherzig." Der nächste Gegner von Schalke ist der AC Mailand, Topfavorit auf den Sieg in der Gruppe E.

PSV Eindhoven - FC Schalke 04 1:0 (1:0)
1:0 Vennegoor of Hesselink (33.)
Eindhoven: Gomes - Reiziger, Ooijer, Addo, Cocu (82. Lamey) - Lucius, Simons, Afellay - Farfan, Vennegoor of Hesselink (86. Robert), Beasley. - Trainer: Hiddink
Schalke: Rost - Rafinha, Bordon, Krstajic, Altintop (86. Bajramovic) - Poulsen, Ernst (79. Varela), Kobiaschwili - Lincoln - Sand (72. Larsen), Kuranyi. - Trainer: Rangnick
Zuschauer: 30.000
Schiedsrichter: Juri Basakow (Russland)
Gelbe Karten: Simons, Afellay / Kobiaschwili, Rafinha

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