Feilschen mit Bayer: Hannover will Simak loswerden - DER SPIEGEL
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Feilschen mit Bayer Hannover will Simak loswerden

Tagelang war Jan Simak verschwunden, dann tauchte er plötzlich wieder auf – und ließ sich krankschreiben. Sein derzeitiger Arbeitgeber Hannover 96 hat inzwischen die Nase voll und will den Vertrag mit dem von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Spieler so schnell wie möglich auflösen.
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Hannover - "Wir brauchen wirtschaftliche Planungssicherheit. Realistisch betrachtet, können wir nicht mehr mit Jan planen. Das Beste wäre eine Vertragsauflösung", sagte Hannovers Präsident Martin Kind am Mittwoch. Der Clubchef will mit den Verantwortlichen von Bayer 04 Leverkusen, das Simak für ein Jahr an die 96er ausgeliehen hat, einen Gesprächstermin vereinbaren. Kinds Ziel ist klar: Er möchte einen Teil der bereits an Bayer gezahlten 400.000 Euro Leihgebühr zurückerhalten.

Simak fehlt wegen eines "Erschöpfungs-Syndroms" seit dem 20. September und unterzieht sich derzeit bei einem Sportpsychologen einer Therapie. Allerdings wurde der tschechische Nationalspieler gerade erst erneut und auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben.

Auch Hannovers Trainer Ralf Rangnick hat kein Interesse mehr an einer Rückkehr Simaks. "Für mich ist klar, dass der Spieler entweder zum Dienst antreten muss oder es müssen andere Schritte eingeleitet werden", sagte der 45-Jährige im DSF, "dass der Spieler selbst entscheiden kann, wo, wie und was er therapeutisch macht, das hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben."

Bayer fürchtet Verlust der Simak-Millionen

Der Ligakonkurrent Leverkusen reagierte mit Unverständnis auf Kinds und Rangnicks Aussagen. "Bis 30. Juni ist das ein Thema zwischen Jan und Hannover - solange läuft das Leihgeschäft", sagte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund, "derzeit ist Simak krankgeschrieben und wird behandelt." Nach Calmunds Angaben macht Simaks Genesung Fortschritte. "Es ist nicht absehbar, wann er wieder spielen kann", so der behandelnde Therapeut, "wir sind auf einem guten Weg, dass Erschöpfungssyndrom in den Griff zu bekommen. Die Eingliederung in das Berufsleben ist aber ein weiterer Schritt."

Bayer, das für Simak einst 6,5 Millionen Euro Ablöse überwies, will auch deshalb den Mittelfeldspieler nicht unter Druck setzen, weil der sonst womöglich - wie bereits mehrfach angekündigt - seine Karriere beenden könnte. Dann müsste Leverkusen die Millionen abschreiben. "Es verbietet sich in diesem Fall vorrangig über Geld zu sprechen, aber so eine Investition kann man ja nicht links liegen lassen", sagte Calmund, "ich kann auch nicht verstehen, dass immer so getan wird, als würde Jan simulieren."

Momentan erhält Simak von Hannover kein Gehalt, die Krankenkasse ist eingesprungen und zahlt dem Profi angeblich 1500 Euro Tagegeld - allerdings nur, solange der 25-Jährige ein Attest hat. "Ich hätte mir vom Druck her eine andere Lösung gewünscht und dem Spieler klar gesagt, eine Lohnfortzahlung ist nur dann möglich, wenn er auch regelmäßig daran arbeitet, wieder schnellstmöglich gesund zu werden", polterte 96-Trainer Rangnick. Simak hält sich derzeit in seiner tschechischen Heimat auf.

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