Korruptionsaffäre Fifa behindert Schweizer Ermittler
Fifa-Flagge in Zürich: Der Weltverband arbeitet offenbar gegen Ermittlungen der Schweiz an
Foto: Steffen Schmidt/ dpaDer Fußball-Weltverband Fifa behindert Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Fifa die Versiegelung von Daten erwirkt, die die Ermittler im Hauptquartier der Organisation in Zürich sichergestellt hatten. Etliche Akten sind damit für die Bundesanwaltschaft nicht zugänglich. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)
Zu dem sichergestellten Material gehören unter anderem weite Teile des E-Mail-Verkehrs des Verbands. Die Fifa nutzt bei ihrem Vorgehen eine Vorschrift im Schweizer Strafprozessrecht, wonach die Auswertung von Material blockiert werden kann, bis ein Gericht die Offenlegung anordnet.
Der Vorgang ist pikant, da das Verfahren wegen Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei" erst durch eine Strafanzeige der Fifa selbst in Gang gebracht wurde. Ein Sprecher der Schweizer Bundesanwaltschaft wollte die Vorgänge nicht kommentieren. Die Fifa teilte auf Anfrage mit, sie kooperiere "vollumfänglich" mit den Ermittlern.