Fifa-Präsident DFB-Boss Niersbach macht sich für Platini stark
Uefa-Boss Platini (l.), Niersbach: "Ich halte ihn für den geeignetsten"
Foto: Oliver Weiken/ picture alliance / dpaHamburg - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich gegen eine erneute Kandidatur von Fifa-Boss Joseph Blatter ausgesprochen. Als Nachfolger brachte er Uefa-Chef Michel Platini ins Spiel. "Ich halte ihn für den geeignetsten", sagte Niersbach im Rahmen des 64. Kongresses des Fußball-Weltverbandes Fifa.
Der 58-jährige Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), werde sich aber erst "im September" zu seinen möglichen Ambitionen erklären, sagte Niersbach: "Blatter hat sehr viel Gutes geleistet, aber dieser Übergang bietet sich an - sofern Michel geneigt ist." Die Wahl der Fifa findet am 29. Mai 2015 in Zürich statt.
Niersbach habe während der Versammlung der Uefa-Mitgliedsverbände vor dem Kongress in São Paulo deutlich gemacht, "dass ich der gleichen Ansicht wie Michael van Praag bin". Der Vorsitzende des königlich-niederländischen Fußball-Bundes KNVB hatte Blatter zuvor in dessen Anwesenheit als erster wichtiger Funktionär geraten, auf eine erneute Amtszeit an der Fifa-Spitze zu verzichten.
Auch der Brite Gregory Dyke sagte mit Blick auf die jüngsten Krisen um die WM 2022 in Katar und die Schwierigkeiten im WM-Gastgeberland Brasilien: "Viele Uefa-Mitglieder wären darüber nicht glücklich. Sie finden, die Fifa hat einen schlechten Ruf, und es muss etwas getan werden. Und das kann nicht passieren, solange Herr Blatter da ist."
Sollte Platini bei der Wahl 2015 in Zürich antreten, könnte dies auch Auswirkungen auf Niersbach haben. Der DFB-Präsident, derzeit Mitglied im Uefa-Exekutivkomitee, gilt in Funktionärskreisen als möglicher Nachfolger Platinis an der Uefa-Spitze. Deutschlands Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte sich bereits für eine Uefa-Präsidentschaftskandidatur Niersbachs stark gemacht, sollte Platini sich um den Vorsitz in der Fifa bewerben.