Fifa Eklat in Zürich - Blatter mit Geldscheinen beworfen
Fifa: Eklat in Zürich - Blatter mit Geldscheinen beworfen
Foto: Ennio Leanza/ dpaEin britischer Komiker hat die Pressekonferenz des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter zur Sitzung des Exekutivkomitees gestört. Simon Brodkin stellte sich im Hauptquartier des Fußball-Weltverbandes in Zürich vor den Schweizer Amtsinhaber und warf ein Bündel Geldscheine in die Luft, die auf Blatter, 79, herabregneten.
Blatter reagierte empört. Er rief seine Leibwächter herbei, um Brodkin abzuführen. Der Fifa-Präsident beklagte, die Aktion habe nichts mit Fußball zu tun und unterbrach die ohnehin schon verspätete Pressekonferenz für einige Minuten.
Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Joseph Blatters Nachfolger gegen den Willen der Uefa erst am 26. Februar 2016 gewählt wird. Bislang hat sich noch kein Kandidat für das Erbe Blatters öffentlich positioniert. Es wird spekuliert, dass Uefa-Präsident Michel Platini antritt. "Ich wünsche allen Kandidaten Erfolg. Auch Platini", sagte Blatter. Der 79-Jährige bekräftigte erneut, dass er im kommenden Jahr nicht mehr für das Amt des Präsidenten kandidieren wird.
Die Fifa war nach der Festnahme von sieben Fußball-Funktionären Ende Mai in Zürich wegen des Verdachts des organisierten Verbrechens, Überweisungsbetrugs und verschwörerischer Geldwäsche in schwere Turbulenzen geraten.
Blatter kündigte zudem an, dass eine Kommission mit einer unabhängigen Persönlichkeit an der Spitze die Reformen beim korruptionsgeschädigten Verband überwachen und leiten soll. Dafür werde die Task Force "Reformen" mit jeweils zwei Vertretern der Verbände aus Asien, Afrika, Europa und Nord- und Mittelamerika sowie je einem Repräsentanten aus Südamerika und Ozeanien gegründet. "Es sind zehn Spieler und ein Trainer, eine unabhängige Person", so Blatter.
Nach dem Ende seiner Tätigkeit als Fifa-Präsident will Blatter wieder als Journalist arbeiten. "Ich denke, ich werde mich dem Radio zuwenden", sagte er. "Ich glaube, das Radio ist das beste Informationsmedium. Es läuft 24 Stunden am Tag", so der Schweizer.