Reformpläne Fifa will Gehälter öffentlich machen
"Es war, als wäre jemand gestorben": So beschreibt Fernando Sarney, Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, die Stimmung nach den Festnahmen zweier Kollegen am Vormittag. Das Schweizer Bundesamt für Justiz hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei den beiden Funktionären um die Fifa-Vizepräsidenten Juan Angel Napout und Alfredo Hawit handelt.
Bei der Sitzung des Fifa-Gremiums in Zürich fehlten außerdem Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini. Beide wurden von der Ethikkommission des Verbands suspendiert. Auch der Kolumbianer Luis Bedoya ist nach seinem Rücktritt noch nicht ersetzt, sodass nur 20 der 25 Mitglieder anwesend waren.
Trotzdem zogen die Fifa-Funktionäre ihr Programm durch. Sie beschlossen ein Reformpaket, das folgende Änderungen vorsieht:
- Das Exekutivkomitee, in dem auch Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sitzt, soll in eine Art Aufsichtsrat umgewandelt werden. Dieser sogenannte Council soll aus 36 Mitgliedern bestehen und für die strategisch-politische Richtung verantwortlich sein.
- Die täglichen Geschäfte führt ein zweites Gremium, das Generalsekretariat. Überwacht wird beides vom Audit- und Compliance-Komitee.
- Die Amtszeit für künftige Fifa-Präsidenten und Mitglieder des Councils wird auf zwölf Jahre begrenzt.
- Alle Mitglieder von Fifa-Komitees sollen sich künftig Integritätschecks unterziehen.
- Zudem wurde eine Frauenquote beschlossen. Im neuen Fifa-Council sollen mindestens sechs Frauen sitzen. Das entspricht einem Anteil von 16,67 Prozent.
"Wir haben einen großen Schritt unternommen", sagte Interimspräsident Issa Hayatou: "Die Vorschläge zeigen den Weg zu einer Veränderung, die so radikal ist wie nötig."
Keine Mehrheit fand der Vorschlag der Reformkommission für eine Aufstockung auf 40 WM-Teilnehmer ab 2026. "Es war erkennbar, dass sich besonders die asiatischen und afrikanischen Vertreter dafür einsetzten", teilte Niersbach im Anschluss an die Sitzung mit: "Das Thema wurde zunächst zur weiteren Prüfung an die Administration gegeben."
Abgelehnt wurde auch ein Alterslimit für Funktionäre. Im ursprünglichen Plan von Reformkommissionschef François Carrard war noch eine Beschränkung auf 74 Jahre vorgesehen gewesen.
Ob die Reform wirklich in Kraft tritt, entscheidet der Fifa-Kongress am 26. Februar. Änderungen in den Statuten bedürfen einer Dreiviertelmehrheit der 209 Mitgliedsverbände.