Figos Real-Debüt "Ganz gut gelaufen"
München - Der teuerste Fußballer der Welt gab sich wie immer bescheiden. "Wenn man bedenkt, dass ich erst fünfmal mit meinen neuen Mannschaftskollegen trainiert habe, ist es ganz gut gelaufen", sagte der Portugiese Luis Figo nach seiner Premiere im Trikot von Real Madrid beim Jubiläumsturnier in München - und verließ mit einem schüchternen Lächeln das Blickfeld der Kameras.
"Ganz gut" war korrekt. Der neue Superstar der "Königlichen" bereitete zwar zwei Treffer durch Savio (50.) und Raul (77.) zum 3: 2-Sieg gegen Galatasaray Istanbul im Spiel um Platz drei vor, ansonsten aber verhielt er sich eher unauffällig. Die "Nummer 10" war nicht mehr als einer von Vielen unter all den Stars.
Dennoch überschütteten die Medien aus Madrid am Tag danach Luis Figo mit Lob. "Jetzt scheint Figo", titelte die Sportzeitung "Marca" auf der Titelseite. Die Konkurrenz von "As" verlieh der neuen Nummer Zehn kurzer Hand sogar die Höchstnote zehn. Die Blätter "El Mundo" und "El Pais" stellten den "genialen Vorarbeiter" heraus.
Figo blieb gelassen. Der Mann weiß, wie das Spiel funktioniert. Nachzulesen auch in der Zeitung "Sport", die in Barcelona erscheint. "Figo trifft nicht", stand da auf Seite 15 als nüchterne Bilanz seiner Premiere.
Der FC Barcelona ist immer noch beleidigt, weil Figo den Verein trotz gegenteiliger Versprechen verließ, dafür ist Madrid stolz auf den teuersten Neuzugang. Rund 250 Millionen Mark investierte Reals neuer Präsident Florentino Perez in die neue Mannschaft, fast die Hälfte davon gab er für Figo aus. Der 27-Jährige will es ihm mit Leistung zurückzahlen. "Meine Ära in Barcelona ist zu Ende, jetzt werde ich alles tun, um auf meiner neuen Bühne zu glänzen", versprach er in München.