Football@home "Bend it like Beckham"
B wie "balderdash"
Mumpitz. Papperlapapp. Quatsch. Unsinniges Geschwätz. Kurz: Eine ganz normale Pressekonferenz, eine "press conference", nach einem x-beliebigen Premiership-Spiel.
B wie "basket case"
Was in aller Welt ist ein "Korbfall"? Richtig liegt, wer vermutet, dass es sich vielleicht um einen Fall für den Papierkorb, einen "hoffnungslosen Fall" also handelt. Wenn ein Spieler oder eine Mannschaft die gesteckten Erwartungen nicht erfüllen kann, dann handelt es sich um einen "basket case". Die tatsächliche Herkunft des Begriffes soll jedoch viel dramatischer sein: Einst gingen am Ende einer blutigen Schlacht Sanitäter und Bestatter über den Schauplatz des Geschehens, um die Toten und Verwundeten einzusammeln. Wem beide Arme und Beine abgeschlagen worden waren, wer aber noch lebte, dessen Torso kam zwecks Abtransports in einen großen Korb - ein "basket case" eben. Der berühmteste "basket case" der Filmgeschichte ist natürlich Monthy Pythons schwarzer Ritter, der seinem Gegner, nachdem dieser ihm im Zweikampf alle vier Gliedmaßen abgeschlagen hat, hoheitsvoll anbietet: "Einigen wir uns auf unentschieden."
B wie "bend"
"David Beckham bends in a free-kick to level the score at 3-3 after coming on as a second-half substitute for Manchester United", berichtete der "Daily Telegraph" über ein Freistoßtor von David Beckham. "to bend" bedeutet in diesem Zusammenhang, den Ball um die Mauer "zu zirkeln", "zu drehen" oder "zu schnippeln", ganz wie Sie wollen. Der Film, der in Deutschen Kinos unter dem Titel "Kick it like Beckham" lief, heißt im Original denn auch "Bend it like Beckham".
B wie "bet"
Was wäre der Fußball ohne die - wie die Ernst-Huberty-Generation wohl sagen würde - Sportwette.
"I'll bet you!" heißt, dass man darauf jede Wette eingehen würde, während "You bet!" soviel bedeutet wie "Da kannst Du sicher sein!" Gespielt wird bei Wetten um den Einsatz, den "stake". Und da es im Fußball immer um alles geht, können Sie wahlweise sagen: "His life / career / future is at stake." Was bedeutet, dass sein Leben / Karriere / Zukunft auf dem Spiel steht.
B wie "bored"
Wenn Arsenal mal wieder nach 90 Minuten Rasenschach mit 1:0 gewonnen hat, dann werden so sicher, wie die Sonne im Westen untergeht, wieder die "boring, boring Arsenal"-Gesänge von den Rängen schallen. Langweiliges Arsenal! Und wenn es wieder einmal unerträglich öde ist, werden die Zuschauer seufzen, sie seien "bored to tears" - das Gekicke sei so langweilig, dass einem die Tränen kämen. Und das Fazit nach 90 Minuten Gähnfußball: "It was boring as hell!"
B wie "brownie point"
Für einen Sieg gibt es drei Punkte - aber wenn dieser besonders schön herausgespielt war, gibt's einen "brownie point" obendrauf. "Brownies" sind junge Pfadfinderinnen in schönen braunem Kleid, die Punkte für gute Taten sammeln konnten.
C wie "clear"
"Manchester United are three points clear on the top of the table followed by Arsenal with one game in hand." Alles klar? Die Jungs aus Manchester führen die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor den "Gunners" an, die aber ein Spiel weniger absolviert haben.
D wie "dead rubber"
Ein Spiel ohne Bedeutung ist in England ein totes Gummi. "The match was a dead rubber", kann es also heißen, wenn am letzten Spieltag der bereits abgestiegene Tabellenletzte gegen den schon feststehenden Meister antritt. In den USA sollten Sie mit dem "dead rubber" vorsichtig sein. Die prüden Amis könnten den Begriff gänzlich missdeuten, und Sie stünden, um im Bild zu bleiben, mit offener Hose da.
D wie "demise"
Niedergang. So wie bei Sheffield Wednesday, die inzwischen in der dritten englischen Profiliga kicken (also der "Division 2"). Ausnahmsweise aber geben die Fans nicht dem Trainer die Schuld: "Manager Chris Turner is being apportioned no blame for Wednesday's demise." Wobei "to apportion blame for sth" ein gehobener Ausdruck für "Schuld an etw. geben" ist.
D wie "dress rehearsal"
Die Generalprobe. Üblicherweise also die ordinären Liga-Matches vor wichtigen Europapokal-Partien.
F wie "fray"
Schlägerei. "To jump into the fray" oder "to enter the fray" heißt, sich ins Kampfgetümmel zu stürzen und kann sowohl bildlich wie ganz real gemeint sein.
H wie "hat-trick"
Ein schönes Beispiel für einen Begriff, der Unterschiedliches in unterschiedlichen Kulturen meint. Nach der puristischen Teutonendefinition muss ein Stürmer für einen Hattrick (der dann immer auch "lupenrein" ist!) drei Tore hintereinander in einer Halbzeit erzielen. Nach der englischen Definition reichen für einen Hattrick drei Tore eines Stürmers in einem gesamten Spiel. Als der in den Diensten von Real Madrid stehende Weltklassestürmer Ronaldo mit seinen drei Toren in der 12., 50. und 59. Minute zum 1:0, 2:1 und 3:2 im Champions-League-Viertelfinalrückspiel Manchester United und vor allem seinen Bewacher Rio Ferdinand furchtbar alt aussehen ließ, schwämte tags darauf die britische Sportpresse vom famosen "Hattrick", und zwar so: "Ronaldo's treble defeats United spirit." Wenn Sie also nicht "hattrick" sagen wollen, wenn's nach dem Deutschen Reinheitsgebot keiner ist - "treble" tut's auch.
H wie "hit"
Wenn der Stürmer ein Tor schießt, können Sie sagen: "The striker scores a goal." Oder auch: "The striker hits a goal." Oder auch: "The striker kicks into the net." Und sogar "The striker shoots a goal" ist richtig (klingt aber trotzdem irgendwie nach deutschem Englisch).
Am Dienstag, dem 3. Juni, folgt der nächste Teil. Wenn es um das "silverware" geht, können "rogues" und "poachers" sehr hilfreich sein.