Football@home: "My lord, how disgusting!" - DER SPIEGEL
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Football@home "My lord, how disgusting!"

Kicker-Sprache, komische Sprache. Und dann auch noch auf Englisch. Doch SPIEGEL ONLINE lässt Sie nicht im Regen stehen. Wir erklären Ihnen, was im Mutterland des Fußballs gemeint ist, wenn mal wieder ein Keeper den Manager wegen eines Blunders enttäuscht hat.
Von Adrian Schimpf
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

A wie "appalling"


Wenn Ihr Team wieder einmal unter aller Kanone spielt. Dann ist ein befreiendes "It's appaling!" angemessen. Sie können Ihren Widerwillen gegen das Dargebotene auch mit dem Ausruf "How disgusting!" kundtun - wenn's partout nicht besser wird.

A wie "away"


Auswärts: away shirt, away team, away match, to play away. Gegenteil: home.

B wie "blunder"


Der Patzer, meist der des Torhüters. Immer für einen "blunder", "howler" oder "gaffe" gut sind Arsenal-Keeper David Seaman bei Freistößen ("free kick"), Villa-Torwart Peter Enckelmann bei Einwürfen ("throw in") und ManU-Goalie Fabian Barthez, wann immer er zwischen den Pfosten ("post") steht. Siehe auch "gaffer".

B wie "box"


Die "box" ist der Strafraum. Auch "penalty box" oder "penalty area" genannt. Elf Meter vor dem Tor befindet sich der "penalty spot", der Elfmeterpunkt. Den "penalty", also den Elfmeter, bekommt man zugesprochen: "The team was awarded a penalty".

C wie "cheat"


Bedeutet, jemanden zu betrügen. Der größte Betrug aller Zeiten war natürlich die "Hand Gottes", die eigentlich Diego Maradona gehörte und 1986 England das Aus bei der WM in Mexiko gegen Argentinien brachte. Wer betrügt, wird auch gerne als "conman" oder "fraudster" beschimpft. Der Betrug heißt "fraud".

D wie "dive"


An sich Kopfsprung oder Tauchen. Im Fußball ist ein "diver" aber der Schwalbenkönig. "He dived!" mag daher manch einer von Klinsmanns Gegenspielern gedacht haben.

D wie "draw"


Dieses Wort hat ungefähr 1000 Bedeutungen. Im Sport ist meist entweder die Auslosung oder das Unentschieden die richtige Übersetzung für "draw". Also auf den Kontext achten, ob mit "lucky draw" nun das glückliche Remis oder der leichte Pokalgegner gemeint ist.

E wie "extra time"


Die Verlängerung und nicht etwa die Nachspielzeit. Siehe auch "injury time". "If the scores are level at the end of 90 minutes and the match has to be decided there and then, extra-time will take place." In der Ergebnisübersicht heißt es dann aet ("after extra time"), also n.V. (nach Verlängerung).

F wie "fix"


"I am convinced now: this World Cup is a fix", urteilte Giles Smith am 26. Juni dieses Jahres im "Daily Telegraph". Deutschland hatte tags zuvor das WM-Finale erreicht und in der Sport-Redaktion des erzkonservativen Blattes konnte man sich dies nur mit Betrug und Manipulation erklären. Ein abgekartetes Ding eben - "the whole thing was fixed". Siehe auch "cheat".

G wie "gaffer"


Umgangssprachlich für "der Alte" oder schlicht "der Boss". Wenn der "gaffer" in den Sportseiten der Zeitung auftaucht, ist der Cheftrainer gemeint. Der steht ja am Rand und muss ohnmächtig zusehen, was seine Jungs so zusammenkicken. Ein Gaffer eben. Siehe auch "manager". Bitte nicht mit "gaffe" verwechseln: Ein "gaffe" ist ein Patzer ("gaffer's gaffe" ist also der Fehler des Trainers). Siehe auch "blunder".

I wie "injury time"


Die Nachspielzeit, auch wenn es gar keine Verletzungen gab. Präziser daher vielleicht die gleichbedeutenden "stoppage time" oder "added time". Aber bitte nicht mit "extra time" verwechseln.

J wie "jeer"


Das gegnerische Team oder der eigene Trainer wird ausgebuht. "Cheers and jeers" bedeutet frei übersetzt: "Lob und Tadel". Ein wichtiges Mittel der Fankommunikation sind die Gesänge, die "chants". Die Vereinshymne heißt "anthem". Das berühmteste anthem dürfte "You'll Never Walk Alone" sein, das inzwischen auf der halben Welt gesungen wird, ganz ursprünglich aber von den Fans des FC Liverpool intoniert wurde.

L wie "leg"


Ja, heißt Bein. Ist auch richtig. Im Sport aber meint "leg" allgemein die Etappe oder Teilstrecke. Im Fußball gibt es im Uefa-Pokal immer noch Hin- und Rückspiel, also "first leg" und "second leg". Auf einem Bein kann man eben nicht stehen. By the way: "tie" ist nicht nur die Krawatte, sondern auch ein anderes Wort für Spiel oder Begegnung. "To draw an easy tie" bedeutet daher in der Regel nicht, einen einfachen Schlips zu malen, sondern bei der Auslosung einen leichten Gegner zu ziehen. Siehe auch draw.

M wie "manager"


Achtung. Achtung. Achtung. Der "manager" ist in aller Regel der Cheftrainer, und nicht der Uli Hoeneß des Clubs. Siehe auch gaffer.

N wie "nil"


Es steht bitte nur in Italien "zero - zero". In England heisst es "nil - nil". Beim Tennis bleibt es beim "love". Und wenn dann ein Team ein Tor geschossen hat, heißt es: "The new score is one - nil". Oder auch: "They are in the lead now!". "In Führung gehen" heißt "to take the lead". Der Deutsche Botschafter in London tippte das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien tatsächlich mit "one - zero". Bitte nicht nachmachen.

N wie "nutmeg"


Wörtlich ist die Muskatnuß gemeint, in fußballerischen Zusammenhängen jedoch der Beinschuss des angreifenden Stürmers, der anschließend den düpierten Verteidiger umläuft und den Ball wieder aufnimmt. Wenn Ihnen das auf dem Bolzplatz gelingt, können Sie ja mal den Triumphschrei "Megged yer, yer nugget!" ausprobieren, aber nur, wenn Sie ganz stark oder furchtbar schnell sind. Am besten beides.

Am Montag, dem 23. Dezember, folgt der zweite Teil. Wenn auf dem "pitch" der "scapegoat" gesucht wird und die "squad" nichts Passendes findet.

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