Football@home: Teuflischer Terror mit Heiligenschein - DER SPIEGEL
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Football@home Teuflischer Terror mit Heiligenschein

Sage noch einer Fußball und Politik hätten nichts gemeinsam. Im britischen Rundleder-Metier gibt es sogar ein Team, das den Spitznamen "The Terrors" trägt. Welcher Club so martialisch daherkommt? Unser Kolumnist verrät es Ihnen gerne.
Von Adrian Schimpf
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bolton Wanderers -
"The Trotters"



"Trotters" ist ein alter Begriff aus Lancashire für einen so genannten "practical joke". Ein "praktischer Scherz" ist der englische Ausdruck für einen mitunter auch derben Streich. Passen Sie also auf, wenn Sie ein Match in Bolton besuchen. Achten Sie im Stadion vor allem auf Bananenschalen, zusammengebundene Schnürsenkel und Furzkissen auf ihrer Sitzschale.

Dundee United - "The Terrors" oder "The Arabs"


Angesichts dieser Namen wundert man sich, dass es der schottische Verein noch nicht auf George W. Bushs Schurkenliste geschafft hat. Den Titel "The Arabs" verdankt Dundee einem bitterkalten und schneereichen Winter in den frühen Sechzigern des letzten Jahrhunderts. Um einen drohenden Spielausfall zu verhindern, versuchten die Platzwarte, die Schneeberge mit riesigen Brennern abzuschmelzen. Leider verkokelten sie dabei auch gleich noch den Rasen und mussten den Platz mit Unmengen von Sand notdürftig herrichten, so dass es aussah, als fände das Spiel irgendwo in der kuwaitischen Wüste und nicht am Rande des schottischen Hochlands statt. Der zweite Spitzname "The Terrors" bezieht sich ausschließlich auf die robuste Spielweise des Vereins und auf nichts anderes.

Manchester United - "The Red Devils"


Der rote Teufel ziert das Vereins-Emblem. Der Grund dafür, so wird vermutet, liegt in einer etwas kompliziert anmutenden Vereinshistorie. Im späten 19. Jahrhundert firmierte der Club unter dem Namen "Newton Heath", war also einfallslos nach dem Stadtteil Manchesters benannt, in dem die Mannschaft zu Hause war. Von "Newton Heath" leitet sich unschwer die Bezeichnung "Heathens" her, die sich für die Spieler des Vereins einbürgerte, so wie die Kicker aus Wattenscheid eben die Wattenscheider sind. Allerdings hat das Wort "Wattenscheider" keine weitere Bedeutung, "heathens" hingegen schon. "Heathens" sind heidnische Ungläubige. Also muss so ein Verein mit dem Teufel im Bunde sein.

Southampton FC -
"The Saints"



Der Verein wurde 1885 von Mitgliedern der "Vereinigung junger Männer der Kirche von St. Mary" gegründet. Und so heißt das neue Stadion auch "St. Mary's" und bei soviel religiöser Wohlgeratenheit verwundert es nicht, dass die Heimmannschaft aus lauter Heiligen ("Saints") besteht. Wenn Sie übrigens einmal den Southampton FC in einer klein gedruckten Premiership-Tabelle suchen und nicht finden, suchen Sie nach "Soton" - die übl. Abk. f. South. u. schlimmer a. "M'gladbach" o. "K'lautern".

Portsmouth FC - "Pompey"


Hat nichts mit pompös zu tun. Der seit Dezember 1899 gebräuchliche Spitzname des Küstenclubs dürfte nichts anderes als eine vom Ortsnamen abgeleitete Lautmalerei sein.

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