Fragwürdiger Pfiff: Rostock fordert Wiederholungsspiel - DER SPIEGEL
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Fragwürdiger Pfiff Rostock fordert Wiederholungsspiel

Nach der jüngsten Niederlage steckt Hansa Rostock in der Bundesliga mitten im Abstiegskampf. Doch die Fußballer von der Ostsee fühlten sich zuletzt durch eine missverständliche Schiedsrichteraktion um die Punkte gebracht. Deshalb legt Hansa gegen die Wertung des Spiels in Hannover Protest ein.
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Rostock - So einfach mochte sich niemand bei Hansa Rostock mit der 1:3 (1:2)-Niederlage bei Hannover 96 abfinden. "Unmittelbar vor dem Tor durch Idrissou in der 45. Minute hat Schiedsrichter Edgar Steinborn das Spiel durch einen für alle deutlich vernehmbaren Pfiff unterbrochen. Die Anerkennung des Treffers stellt damit einen Regelverstoß dar", begründete am Montag Hansa-Manager Herbert Maronn den Protest.

Der Unparteiische hatte sich unmittelbar nach Spielende nicht zu der umstrittenen Szene geäußert. Am Montag stellte Steinborn jedoch klar: "Es gab einen Freistoß für Hannover. Die Ausführung erfolgte auf meinen Pfiff hin. Als der Ball dann die Hansa-Torlinie überschritten hatte, habe ich gepfiffen und das Tor gegeben."

Hansa-Trainer Armin Veh hatte schon in der Halbzeitpause auf Steinborn eingeredet: "Ich habe ihm gesagt, dass das ein großer Fehler von ihm war, sicher mit spielentscheidend. Das Tor war irregulär."

"Ein bisschen merkwürdig"


Auch die Hannoveraner Spieler waren offenbar der Meinung der Rostocker. Ihr Torjubel setzte erst mit einiger Verzögerung ein. Auch sie schienen den ominösen Pfiff gehört zu haben. "Das war sicher ein bisschen merkwürdig, da war ein Pfiff", erklärte 96-Trainer Ralf Rangnick, "ich kann aber nicht klären, woher er kam. Ich habe jedenfalls Verständnis für die Verärgerung der Rostocker."

Die Chancen auf eine Neuansetzung der Partie sind für die Hanseaten allerdings eher gering. Zwar gibt es einen Präzedenzfall: 1997 erzielte Sean Dundee beim 2:2 zwischen 1860 München und dem Karlsruher SC ein anerkanntes Tor, nachdem Schiedsrichter Michael Malbranc gepfiffen hatte. Das DFB-Sportgericht hatte zunächst auf Neuansetzung entschieden. Doch der Weltverband Fifa drohte Sanktionen an und ließ das DFB-Urteil revidieren. Tatsachenentscheidungen seien heilig und nicht durch TV-Bilder zu korrigieren, lautete das anscheinend unumstößliche Fifa-Credo. Deshalb hat auch DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen den Rostocker Protest auf Erfolg gegeben. "Die Angelegenheit liegt im Bereich der Tatsachenentscheidungen und ist nicht bei einem Regelverstoß zu suchen", unterstrich Bruchhagen.

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