Frankreich: Bierhoff trifft das Tor noch - DER SPIEGEL
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Frankreich Bierhoff trifft das Tor noch

Oliver Bierhoff hat beim AS Monaco einen ansprechenden Einstand gefeiert. Gleich im ersten Ligaeinsatz gelang dem Nationalmannschaftskapitän ein Tor.
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Monte Carlo - Auf ein solches Erfolgserlebnis hat Oliver Bierhoff lange warten müssen. Gleich im ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber AS Monaco glänzte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft als Torschütze und überzeugte durch eine engagierte Leistung. "Tore schießen ist wie Rad fahren, das verlernt man nicht", wehrte der 33-Jährige nach seinem Traumdebüt gegen ES Troyes (2:0) alle Glückwünsche ab und gab das Lob an Trainer Didier Deschamps weiter: "Er kennt eben meinen Stil. Wir haben ja in Italien lange genug gegeneinander gespielt." Durch den ersten Saisonsieg im sechsten Spiel verbesserte sich der siebenmalige französische Meister in der Tabelle vom 17. auf den 15. Platz.

Mannschaft wie befreit


Welt- und Europameister Deschamps lobte seinen prominenten Neuzugang, dem in der 51. Minute nach Zuspiel von Ludovic Giuly mit einem präzisen Schuss der zweite Treffer gelungen war, in den höchsten Tönen: "Nicht nur sein Tor, auch seine Präsenz war ungemein wichtig für die Mannschaft. Er hat seine Mannschaftskollegen förmlich befreit." Besonders wohl fühlte sich Bierhoffs Sturmpartner Shabani Nonda. Befreit von der Rolle des Brechers in der Angriffsmitte nutzte er seine neue Freiheit als zweite Spitze zum 1:0 (37.).

"Ich dachte, dass Marco Simone, den ich aus Italien kenne, mein Sturmpartner sein würde", wunderte sich Bierhoff zunächst. "Aber auch mit Nonda hat die Verständigung prima geklappt. Der hat ja mal beim FC Zürich gespielt und spricht deshalb einige Brocken deutsch."

Krise im Keim erstickt


Für ein besseres Arbeitsklima beim kriselnden Club aus dem Fürstentum hatte Deschamps im Vorfeld der Partie mit zwei Maßnahmen gesorgt. "Störenfried" Christian Panucci hatte er während der Woche ausgemustert und seinen italienischen Landsmann und Milan-Altstar Simone ließ er 90 Minuten lang auf der Reservebank schmoren. Die Kapitänsbinde bekam Giuly, der vor der wie üblich spärlichen Kulisse von 5000 Zuschauern im Stade Louis II wie aufgedreht wirkte und immer wieder Bierhoff geschickt in Szene setzte.

Nicht nur auf dem Rasen erwartet Deschamps noch große Taten von Bierhoff. Der 33-Jährige soll zur neuen Leitfigur bei den Monegassen werden. "Die Persönlichkeit dazu hat er", schwärmt der Fußball-Wandervogel, der im vergangenen Jahr seine Spielerkarriere beim FC Valencia ausklingen ließ. Worte, die der Psyche des in der DFB-Auswahl ins zweite Glied versetzten Bierhoff gut tun. Seine Teamkollegen hatte er beim Training bereits mit einigen Brocken Französisch überrascht. "Wie ein großer Bruder", schrieb die "L'Equipe", habe er die drohende Krise um die beiden Italiener Panucci und Simone im Keime erstickt.