Frankreich Der Titelverteidiger
"Die Gruppe ist intakt. Sie ist - vor allem im Sturm mit Thierry Henry und David Trezeguet - gereift. Sie haben einschließlich des Konföderationen-Cups die letzten drei großen Turniere gewonnen und sich dabei gesteigert. Sie sind - als Gruppe - nicht überaltert. Ich traue ihnen die Titelverteidigung zu", sagt Beckenbauer, als Spieler 1974 und als Teamchef 1990 Weltmeister mit Deutschland. Star der Mannschaft von Trainer Roger Lemerre, der nach dem WM-Coup im eigenen Land den zurückgetretenen Aime Jacquet ablöste, ist Mittelfeldspieler Zinedine Zidane.
Schwachpunkt der Franzosen könnte diesmal die Defensive sein. Torhüter Fabien Barthez, Keeper von Manchester United, zeigte in letzter Zeit immer wieder Unsicherheiten. In der Erfolgself, die 2000 ihren WM-Triumph mit dem Gewinn des EM-Titels bestätigte, müssen die zurückgetretenen Routiniers Didier Deschamps und Laurent Blanc ersetzt werden. Marcel Desailly, der neue Spielführer, sagt: "Franck Leboeuf und Patrick Vieira haben die Rollen perfekt übernommen." Bayern-Verteidiger Bixente Lizarazu allerdings merkt an: "Mit den beiden ist ein Teil von uns allen gegangen."
Zudem muss Frankreich als Titelverteidiger mit dem Handicap kämpfen, zwei Jahre lang nur Freundschaftsspiele bestritten zu haben. Seit der EM gingen dabei Partien gegen Australien, Spanien und Chile verloren. Lizarazu analysiert: "Alle Niederlagen haben sich geähnelt. Die Gegner waren aggressiver als wir. Wir haben gedacht, als Weltmeister majestätisch wie ein Adler über allen schweben zu können. Wir müssen wieder lernen, wie ein Wildschwein im Dreck wühlen zu können."