Frankreich Monaco holt das Championat
Monte Carlo - Trotz des siebten Titeltriumphes des AS Monaco drei Spieltage vor Saisonschluss pfiffen die nur 12.000 Fans den neuen Meister beim entscheidenden, aber äußerst glücklichen 2:2 gegen den AS Nancy gandenlos aus und spendeten Europas erstem Meister dieser Saison am Ende allenfalls höflich Beifall.
"Unser Titelgewinn freut mich sehr, aber ich ärgere mich genauso sehr über unsere Anhänger. Das ist pure Respektlosigkeit", schimpfte Monacos Weltmeister-Torwart Fabien Barthez über die unverständlichen Reaktionen des Publikums. Mit zehn Punkten Vorsprung auf Verfolger Olympique Lyon sind die Monegassen nicht mehr einzuholen.
Doch waren die Unmutsäußerungen der AS-Fans über die erneut nur mäßige Vorstellung gegen Nancy - den entscheidenden Punkt stellte der Kroate Dado Prso erst in der Nachspielzeit sicher - symptomatisch für Monacos schlechtes Image: Die Fußball-Fans im Land des Weltmeisters nahmen den ersten Titel für das Team aus dem Fürstentum seit 1997 lediglich zur Kenntnis, Euphorie allerdings löste der Triumph nicht einmal in Monte Carlo aus. Bezeichnenderweise liegt der Besucherschnitt bei Heimspielen der Monegassen gerade einmal bei 9000 Fans.
Aus bekannten Stars wie Barthez und dessen Weltmeister-Kollegen David Trezeguet oder dem Italiener Marco Simone und dem Argentinier Marcelo Gallardo sowie jungen Spielern formte Trainer Claude Puel eine starke Mannschaft. "Unser Titel ist auch ein Erfolg für unsere Mischung aus schönem und effizientem Fußball", analysierte Trainer Claude Puel den Titelgewinn.
Noch in der vergangenen Saison steckte Monaco tief im Mittelmaß der Premiere Division. Erst nach der Ablösung von Ex-Europameister Jean Tigana durch Puel steigerte sich das Team wieder und erreichte wenigstens noch Platz vier. Mit einer personellen Zäsur in der Sommerpause stellte der Coach danach die Weichen zur Rückkehr an die Spitze. "Die Meisterschaft ist keine Überraschung für uns", erklärte Sportdirektor Henri Bianchieri selbstbewusst: "Die richtigen Spieler sind gekommen."
Dabei kommt dem Verein auch die steuerliche Sonderrolle des Fürstentums zu Gute. Ausländische Spieler zahlen keine Steuern, so dass sich Topstars leichter finanzieren lassen. Offiziell arbeitet der Klub mit einem Etat von knapp 70 Millionen Mark und hält sich einen 26 Profis umfassenden Kader.