Frauenfußball-WM Prinz führt den deutschen Kader an
Nationalspielerinnen Popp, Prinz: 15 Jahre Altersunterschied im Kader
Foto: Roland Weihrauch/ dpaHamburg - Mit einer Mischung aus Routine und jugendlichem Elan will Bundestrainerin Silvia Neid die deutschen Fußballerinnen nach den Triumphen 2003 und 2007 zum WM-Titel-Hattrick führen. Im vorläufigen Aufgebot für das Turnier in Deutschland vom 26. Juni bis 17. Juli stehen 15 Weltmeisterinnen von 2007 und fünf U20-Titelträgerinnen von 2010. "Wir brauchen für die WM ein starkes Team - und das werden wir auch haben", sagte Neid 101 Tage vor dem WM-Anpfiff.
Insgesamt hat die Trainerin, die am 11. April mit einem Lehrgang in Bitburg in die Vorbereitung starten wird, 26 Spielerinnen nominiert. Bis Ende Mai will Neid den Kader noch um fünf Spielerinnen reduzieren. Das 21-köpfige Aufgebot muss spätestens am 10. Juni beim Weltverband Fifa gemeldet werden.
"Wir verfügen auf jeder Position über Optionen. Das Leistungsniveau ist so hoch, wie es sein muss, wenn man um den WM-Titel mitspielen will", sagte Neid. Angeführt wird das Aufgebot von Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz (208 Länderspiele). Die 33-jährige dreimalige Weltfußballerin, die ihre internationale Karriere beim Finale in ihrer Heimatstadt Frankfurt mit dem dritten WM-Triumph krönen und beenden möchte, ist die älteste Spielerin des Kaders.
15 Jahre Altersunterschied im deutschen Kader
Als jüngste Spielerin geht die 18 Jahre alte Dzsenifer Marozsan ins Rennen um die 21 WM-Plätze. Sie gehört neben Almuth Schult, Alexandra Popp, Bianca Schmidt und Kim Kulig zu den amtierenden Junioren-Weltmeisterinnen, die den Sprung in den Kader geschafft haben. Torhüterin Schult ist zudem die einzige Spielerin ohne Länderspiel-Einsatz in einem Aufgebot, in dem jede Position doppelt besetzt ist.
Die meisten Spielerinnen stellen der 1. FFC Frankfurt und Pokalsieger FCR Duisburg. Beide Clubs sind mit sieben Frauen vertreten. Der Deutsche Meister Turbine Potsdam stellt fünf Spielerinnen. Da Potsdam und Duisburg noch in der Champions League aktiv sind, werden die Spielerinnen beider Mannschaften erst im Laufe der Vorbereitung zur deutschen Auswahl stoßen.
Ein Fragezeichen steht noch hinter Abwehrchefin Annike Krahn, der nach einem Kreuzbandriss Spielpraxis fehlt. "Sie ist eine erfahrene Spielerin, die in der Vergangenheit gerade bei Turnieren wusste, ihre Top-Leistung abzurufen. Ich hätte sie gerne dabei. Was die Verletzung angeht, so ist sie auf einem sehr guten Stand", sagte Neid: "Natürlich gilt auch für sie, dass ich in den endgültigen Kader nur Spielerinnen nominieren werde, die ihre volle Leistung bei der Endrunde abrufen können."
Nicht im Kader steht Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers. Die Frankfurterin spielte in den vergangenen Jahren keine Rolle mehr im Nationalteam.
Insgesamt stehen sieben Lehrgänge und vier Länderspiele bis zum WM-Beginn auf dem Programm. Zwischen den Lehrgängen dürfen die Spielerinnen immer wieder für vier oder fünf Tage nach Hause reisen, um einem Lagerkoller vorzubeugen. Am 21. Juni, fünf Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Kanada im Berliner Olympiastadion, trifft sich das Team. In den weiteren Vorrunden-Partien spielen die Deutschen gegen Nigeria und Frankreich.