Freigabe Kuweit lässt Vogts ziehen
Riad - Der kuweitische Fußball-Verband (KFA) hat sich mit sofortiger Wirkung von Berti Vogts getrennt und für den 55-jährigen Ex-Bundestrainer damit den Weg nach Schottland freigemacht. Die sportliche Misere beim Golf-Cup in Saudi-Arabien, vor allem aber Vogts seit Tagen öffentlich geführter Flirt mit dem schottischen Fußballverband, veranlassten die Kuweiter am Montag dazu, einen sofortigen Schlussstrich unter die nur vier Monate währende Zusammenarbeit zu ziehen.
Schon am Freitag im schottischen Jacket
KFA-Präsident Sheikh Ahmad al-Fahad al-Sabbah erklärte am Montag
in Riad, Vogts habe darum gebeten, nach dem Golf-Cup von seinen
Aufgaben entbunden zu werden. Kurz zuvor hatte der schottische
Fußball-Verband (SFA) auf einer Pressekonferenz in Schottland
öffentlich erklärt, dass man Vogts lieber heute als morgen
unter Vertrag nehmen wolle. "Die Verhandlungen sind sehr weit
fortgeschritten, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ihn bald
nach Schottland bringen werden", sagte SFA-Geschäftsführer David
Taylor. Vermutlich wird Vogts bereits bei der Auslosung zur EM-
Qualifikation am Freitag in Porto das Jacket des schottischen
Verbandes tragen.
Enttäuschte Kuweitis
Auf der Trainerbank der beim Golf-Cup noch sieglosen Kuwaitis soll
am Dienstag gegen Bahrain bereits ein Anderer sitzen. In Kuwait war
die Enttäuschung über die unerwartete 1:3-Pleite gegen den Oman groß,
und sie wurde einhellig mit dem Wirbel um die Person Vogts begründet.
Informationsminister Sheikh Ahmed Al-Yousef warf dem ehemaligen DFB-
Coach vor, er sei in Gedanken bereits in Schottland: "Er hat ja schon einen Vertrag mit
der schottischen Nationalmannschaft in der Tasche."
Der SFA strebt mit Vogts, der den nach verpasster WM-Qualifikation
zurückgetretenen Craig Brown ablöst, eine langfristige Zusammenarbeit
an. Vogts habe darum gebeten, die "Bravehearts" über die EM 2004
hinaus auch zur WM 2006 nach Deutschland zu führen. "Er
ist ein Weltklassetrainer", so Taylor über Vogts. "Ich bin sicher, dass er mit einem Fachwissen, seiner
Erfahrung und seinen Ideen den schottischen Fußball in neue
Dimensionen führen kann."