Fußball-Bundesliga - DER SPIEGEL
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Bundesliga 29. Spieltag: Doppelpacks von Gomez und Lewandowski

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

Fußball-Bundesliga Dortmund und Bayern siegen im Gleichschritt

Der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga behält seine Spannung: Vor dem Liga-Gipfel am Mittwoch lösten Bayern München und Borussia Dortmund ihre Aufgaben. Köln zeigte sich beim Remis gegen Bremen verbessert, Kaiserslautern ist nach der nächsten Heimpleite so gut wie abgestiegen.
Von Peter Ahrens, Christian Paul und Nils Lehnebach
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

3:0 für die Bayern nach 20 Minuten - das war eine der gängigen Wetten, die vor dem Anpfiff der Partie gegen den FC Augsburg abgeschlossen wurden. Und direkt vom Anstoßpunkt machte sich Mario Gomez in der Münchner Arena daran, diese Vorhersagen in die Tat umzusetzen. Nach 24 Sekunden hatte der Nationalspieler zum 1:0 gegen den FC Augsburg getroffen - alles schien seinen Gang zu nehmen.

Am Ende konnten die Münchner froh sein, das bayerische Duell gegen den Aufsteiger 2:1 (1:1) gewonnen zu haben. Es war ein ganz hartes Stück Arbeit für den Rekordmeister.

Da gleichzeitig Borussia Dortmund die Auswärtsaufgabe beim heimstarken VfL Wolfsburg auf souveräne Weise 3:1 (1:0) löste, beträgt der Vorsprung des BVB auf die Bayern drei Tage vor dem Liga-Gipfel der beiden Top-Clubs weiterhin drei Punkte.

An Boden verloren hat weiterhin Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern, das gegen 1899 Hoffenheim 1:2 (0:1) verlor und jetzt für die zweite Liga planen kann. Der 1. FC Köln und Werder Bremen trennten sich im Duell der Krisenclubs 1:1 (1:1). Der SC Freiburg und der 1. FC Nürnberg punkteten beim 2:2 (0:2) im Kampf um den Klassenerhalt. Um den muss Mainz 05 nach der 1:4 (1:1)-Niederlage beim VfB Stuttgart noch bangen.

Bayern konnten sich auf Gomez verlassen

Es waren die Saisontore Nummer 24 und 25 von Gomez, die den FC Bayern gegen die wackeren Augsburger im Titelrennen halten. Wobei die Gäste speziell in der ersten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft waren - zum Erstaunen der fast 70.000 in der Arena. Augsburg ließ sich von dem frühen Rückstand überhaupt nicht schocken, vergab zunächst durch Marcel Ndjeng eine dicke Ausgleichsmöglichkeit und traf dann durch den Südkoreaner Ja-Cheol Koo (23. Minute) zum Ausgleich.

Die Bayern wirkten in dieser Phase so, als hätten sie die Partie gegen den Neuling nur als lästige Pflichtaufgabe zwischen dem Champions-League-Viertelfinale gegen Marseille und dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den BVB wahrgenommen. Dass der FCA ernsthaften Widerstand leistete, schien nicht in die Planungen der Bayern zu gehören.

Das änderte sich erst nach dem Wechsel, als der zuvor geschonte Toni Kroos in die Partie kam, die Augsburger sich zu weit in die eigene Hälfte zurückzogen und die Bayern nun Dauerdruck ausübten. Belohnt von Gomez in der 60. Minute.

Die Bayern sind somit im Soll. Das Topspiel in Dortmund kann kommen.

Dortmund musste noch auf Götze verzichten

Als Gomez in München zum 1:0 traf, war die Partie in Wolfsburg noch nicht einmal angepfiffen. Doch das frühe Tor des Meisterschaftskonkurrenten hätte Borussia Dortmund rasch kontern können. Neun Minuten waren gespielt, als Shinji Kagawa Robert Lewandowski bediente. Der Pole verzog jedoch frei vor VfL-Keeper Diego Benaglio.

Im Hinspiel, das Dortmund 5:1 gewonnen hatte, stand es bereits nach zwölf Minuten 1:0 für den Meister. Torschütze war damals ein gewisser Mario Götze, der nach seiner Schambeinentzündung zwar wieder im Mannschaftstraining, aber noch keine Option für den Kader ist. Im Rückspiel dauerte es trotzdem nur zehn Minuten länger bis zur BVB-Führung.

Kagawa passte zu Ivan Perisic, der von Trainer Jürgen Klopp auf der linken Seite den Vorzug vor Kevin Großkreutz bekommen hatte. Der Kroate bediente Lewandowski, der den Ball an Bengalio vorbei über die Linie drückte (22.). Es war sein 18. Saisontreffer. Die Gastgeber bekamen allerdings schnell die Großchance zum Ausgleich.

Weidenfeller rettet dem BVB die Führung

Auf der linken Seite setzte sich Marcel Schäfer durch und passte zu Mario Mandzukic. Der Kroate scheiterte an Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller, Patrick Helmes setzte den Abpraller aus kurzer Distanz am Tor vorbei (26.). Wolfsburg, das zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, ließ anschließend nichts mehr zu, blieb bis zur Halbzeit in der Offensive allerdings ähnlich ungefährlich wie der Gegner.

BVB-Coach Klopp wollte in Wolfsburg "einen raushauen". Seine Elf begann die zweite Hälfte jedoch schläfrig. Sekunden nach Wiederanpfiff kam Mandzukic an der Strafraumgrenze völlig frei zum Abschluss, verstolperte aber kläglich (46.). Das sollte sich rächen.

Bei der ersten Offensivaktion der Gäste gelangte der Ball zu Ilkay Gündogan. Der Schlenzer des Jungnationalspielers aus rund elf Metern schlug unhaltbar für Benaglio im rechten Winkel ein (49.). Nach der "gefühlten Niederlage" (Weidenfeller) beim 4:4 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende schien die Borussia wieder auf Kurs und drängte auf das dritte Tor. Jakub "Kuba" Blaszczykowski traf aus 14 Metern nur die Latte (59.).

Kurz darauf musste der Meister den Anschlusstreffer verdauen. Eine Flanke von Ashkan Dejagah köpfte Mandzukic zum 1:2 ins Netz (61.), Gegenspieler Neven Subotic hatte den Torjäger aus den Augen verloren. Die Partie war wieder offen, blieb jedoch ohne große Chancen. Ausnahme: Kagawas Schuss, der nach Vorlage von Gündogan nur knapp das gegnerische Tor verfehlte (73.). In der 84. Minute schickte Schiedsrichter Christian Dingert Wolfsburgs Alexander Madlung mit Gelb-Rot vom Platz, der Verteidiger hatte bei einem Kopfball den Ellenbogen eingesetzt.

Die Gastgeber probierten dennoch alles, doch die Gäste schafften die Entscheidung. Einen Konter schloss Lewandowski zum 3:1 ab (90.+1), wenig später war die Partie beendet.

Krisenclubs Köln und Werder nur Remis, Nürnberg verspielt Führung

Zu Saisonbeginn gab es nicht wenige, die Bremen als Meisterkandidat einschätzten. Nach acht Spieltagen lag Werder auf Rang zwei. Doch dann wurde immer deutlicher, dass die Mannschaft gegen die Top-Teams nicht gewinnen kann. Mittlerweile kann Bremen aber nicht mal mehr gegen die Schwächsten der Liga siegen.

Beim Abstiegskandidat Köln spielte Werder nur 1:1 (1:1), der Club wartet damit seit nun vier Spielen auf einen Sieg. Aus den letzten sieben Partien holte Bremen nur fünf Punkte. Dabei waren die Gäste zunächst durch Markus Rosenberg (24.) in Führung gegangen, doch noch vor der Pause hatte Ammer Jemal (39.) mit einem Kopfball ausgeglichen.

Im zweiten Durchgang war die Partie vor allem durch Zweikämpfe und ungenaue Zuspiele geprägt. Bremen konnte kaum mehr Akzente setzen, Köln verließ sich vorwiegend auf Lukas Podolski, dem allerdings kein Treffer mehr gelingen sollte.

Zwei fragwürdige Elfmeter in Stuttgart

Stuttgart hat im Rennen um die Europa-League-Plätze vorgelegt. Das Heimspiel gegen Mainz gewann der VfB 4:1 (1:1), beide Teams erhielten dabei einen fragwürdigen Elfmeter. Damit sind die Stuttgarter vorerst auf Rang fünf, Hannover kann am Sonntag mit einem Sieg in Gelsenkirchen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) aber noch vorbeiziehen.

Mainz ging früh durch einen Strafstoß von Andreas Ivanschitz (3.) in Führung. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte zuvor einen harmlosen Zweikampf zwischen Georg Niedermaier und dem Mainzer Julian Baumgartlinger geahndet. Anschließend dominierte der VfB und glich zügig durch Tamas Hajnal (8.) aus.

Nach dem Seitenwechsel brachte zunächst Vedad Ibisevic (49.) seine Mannschaft mit einem Kopfballtor auf die Siegerstraße. Eine Viertelstunde später gab es den nächsten Strafstoß, diesmal für den VfB. Kurios: VfB-Angreifer Martin Harnik hielt Elkin Soto, der deshalb zu Boden ging. Harnik fiel über Sotos Beine - und bekam den Strafstoß. Zdravko Kuzmanovic traf mit seinem fünften Saisontor. Kurz vor Spielende erhöhte Ibisevic (85.) noch mit seinem zweiten Treffer.

Freiburg rettet einen Punkt, Lautern verliert weiter

Der SC Freiburg hat die erste Niederlage seit dem 23. Spieltag gerade noch abgewendet. Nach zuletzt drei Siegen in Serie rettete die Mannschaft von Trainer Christian Streich zu Hause gegen Nürnberg ein 2:2 (0:2). Nürnberg war von Beginn an überlegen, Markus Feulner (3./7.) vergab die ersten beiden Chancen.

Nürnberg blieb bestimmend, nach einem Fehlpass von Freiburgs Fallou Diagne traf Daniel Didavi (8.) zum 1:0. Auch beim zweiten Gegentor sah Freiburgs Defensive schlecht aus. Nach einem Eckball konnte Timmy Simons unbedrängt ablegen und Tomás Pekhart einschieben (45.). Freiburg wurde erst nach dem Seitenwechsel besser. Zunächst verkürzte Daniel Caligiuri mit einem verwandelten Elfmeter zum Anschlusstreffer, gut zehn Minuten vor Spielende sicherte Kapitän Cédric Makiadi mit einem abgefälschten Schuss den Punkt. Während der Partie verletzte sich Freiburgs Kapitän Julian Schuster schwer und zog sich einen Nasenbein- und Oberkieferbruch zu.

Hoffenheim hat sich mit dem 2:1 (1:0)-Sieg in Kaiserslautern wohl aller Abstiegssorgen entledigt. Nach dem neunten Saisonsieg liegt die TSG acht Punkte vor Köln. Das erste Tor erzielte Sejad Salihovic per Elfmeter, es war sein dritter Treffer aus den vergangenen vier Partien. Zuvor hatte Innenverteidiger Rodnei seinen brasilianischen Landsmann Roberto Firmino gefoult. Gastgeber Lautern zeigte sich über 90 Minuten so harmlos wie in den vorherigen 28 Saisonspielen und erspielte sich nicht eine klare Torchance. Im zweiten Durchgang erhöhte Boris Vukcevic (71.), der Anschlusstreffer von Alexander Bugera (86.) kam zu spät. Für den FCK war es die vierte Pleite in Serie.