Fußball-Bundesliga: Aufruhr im Tabellenkeller - DER SPIEGEL
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Fußball-Bundesliga Aufruhr im Tabellenkeller

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga wird immer dramatischer. Die schon abgeschriebenen Clubs aus Kaiserslautern und Cottbus punkteten erneut. Für Vizemeister Bayer Leverkusen wird die Lage hingegen immer ernster.
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Hamburg - Leverkusen verlor am Samstag beim VfL Bochum mit 1:2 (0:0) und kassierte die vierte Bundesligapleite nacheinander. Als Tabellen-15. hat Bayer nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge. Die Vereinsführung hält nach einer Krisensitzung dennoch an dem schon länger in der Kritik stehenden Klaus Toppmöller als Cheftrainer fest. Der 51-Jährige, der den Vizemeister seit dem 1. Juli 2001 betreut, soll auch am kommenden Samstag im Kellerduell gegen Hansa Rostock auf der Bayer-Bank sitzen.

Die Tore zum achten Saisonsieg der Bochumer erzielte der eingewechselte Iraner Vahid Hashemian, der vor 20.643 Zuschauern in der 68. und 84. Minute für den Aufsteiger erfolgreich war. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Marko Babic (78.) erzielt. Der neue Brasilianer im Bayer-Team, der 25-jährige Cris, zeigte bei seinem Debüt eine fast fehlerfreie Leistung auf der Innenverteidiger-Position. An der zehnten Saisonniederlage in der Bundesliga konnte er aber auch nichts ändern.

Zu einem wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt kam der 1. FC Kaiserslautern. Der FCK besiegte Mönchengladbach mit 2:0 (1:0) und ist nun nicht mehr Schlusslicht. Kapitän Aleksander Knavs (35.) und Miroslav Klose (88., Foulelfmeter) waren vor rund 38.000 Fans auf dem Betzenberg erfolgreich. Mit dem verwandelten Strafstoß beendete der Nationalspieler seine Torflaute. Zuletzt hatte Klose am 5. Oktober 2002 getroffen.

"Ich bin überglücklich, dass der Sieg uns trotz des schlechten Spiels drei Punkte gebracht hat. Das gibt wieder Hoffnung und bringt uns näher an die Nicht-Abstiegsplätze", freute sich FCK-Coach Erik Gerets. Gladbachs Coach Hans Meyer ereiferte sich über den Platzverweis für Steffen Korell in der 49. Spielminute: "Nach der Gelb-Roten Karte war alles erledigt." Pech hatte der von Gladbach ausgeliehene Mikael Forssell. Ein Treffer des finnischen Stürmers nach einer guten halben Stunde wurde wegen einer angeblichen Abseitsposition von Ivo Ulich nicht anerkannt.

Auch Hannover machte im Abstiegskampf Boden gut. Der Aufsteiger aus Niedersachsen setzte sich gegen Nürnberg mit 4:2 (3:1) durch. Mohammadou Idrissou war der Matchwinner. Der 96-Stürmer erzielte vor 26.157 Zuschauern beim zweiten Heimsieg der Saison einen Hattrick. Der für Fredi Bobic ins Team gerückte Kameruner traf in der 9., 21. und 24. Minute. Daniel Stefulj (71.) erzielte den vierten Treffer für Hannover.

Für Nürnberg, das die dritte Niederlage in Folge kassierte, trafen Jesus Junior (31.) und Sasa Ciric (52.), der kurz nach seinem elften Saisontor die Gelb-Rote Karte sah. "Das war kein professionelles Verhalten. Bei den ersten drei Toren haben wir ein Nickerchen gemacht. So können wir nicht in der Bundesliga bestehen", schimpfte FCN-Coach Klaus Augenthaler. "Unsere Chancenverwertung war in der ersten Hälfte fast optimal", freute sich 96-Trainer Ralf Rangnick.

Der frühere Stuttgarter Coach wechselte nach der Pause den rumänischen Nationalspieler Gheorge Popescu für den angeschlagenen Abwehrchef Kostas Konstantinidis ein. Der 35 Jahre alte Routinier hatte erst am Vortag nach einem Einspruch des Vereins die Freigabe vom Weltverband Fifa und der Deutschen Fußball Liga erhalten.

Cottbus in der Rückrunde weiterhin ungeschlagen

Keine Tore gab es in einem weiteren Kellerduell. Rostock und Cottbus trennten sich vor 17.000 Zuschauern 0:0. Obwohl die Gäste auch das dritte Spiel der Rückrunde nicht verloren, fielen sie auf den letzten Tabellenplatz zurück. "Mit dem Unentschieden heute können wir friedlich nach Hause fahren. Das ist auch ein Pflasterstein auf dem harten Weg zum Klassenerhalt", sagte Energie-Präsident Dieter Krein.

"Natürlich wäre auch mir ein Sieg lieber gewesen, aber insgesamt müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Rostock hatte in der zweiten Halbzeit die klar besseren Möglichkeiten", fügte Cottbus-Coach Eduard Geyer hinzu. "Hinten haben wir erneut sehr kompakt gestanden und nur wenig zugelassen. Die Defizite lagen einmal mehr in der Offensive. Wir haben die Angriffe zu schleppend nach vorn getragen", kritisierte Rostocks Trainer Armin Veh, der in den nächsten Wochen auf Rade Prica verzichten muss. Der 22-jährige Torjäger sah in der 86. Minute wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

1860 gelingt Revanche für Pokalniederlage

Im oberen Tabellendrittel musste sich Bremen geschlagen geben. Der SV Werder verlor die Pokalrevanche gegen 1860 München vor 34.000 Zuschauern im heimischen Weserstadion mit 1:2 (1:0). Am Mittwoch hatten die Norddeutschen noch im Olympiastadion mit 4:1 nach Verlängerung die Oberhand behalten. Nach dem 1:0 durch Ivan Klasnic (45.) wurden die Bremer trotz Überlegenheit im zweiten Durchgang kalt erwischt und mussten noch Treffer von Benjamin Lauth (53.) und Daniel Borimirow (82.) hinnehmen.

"Wir haben im ersten Durchgang alles richtig gemacht, dann aber viele Fehler zugelassen. Sie wurden vom Gegner eiskalt ausgenutzt", klagte Werder-Coach Thomas Schaaf, dessen Mannschaft den Sprung auf Platz zwei verpasste. Die Münchner verbesserten sich dank des neunten Sasionsiegs auf den sechsten Rang. "Kompliment an meine Mannschaft, die sich nach der Pause in der Defensive viel besser verhalten hat", freute sich "Löwen"-Trainer Peter Pacult.

Hertha beendet Schalker Auswärtsserie

Einen Rückschlag musste auch der FC Schalke 04 hinnehmen. Die Gelsenkirchener unterlagen bei Hertha BSC mit 2:4 (1:2). "Das war Fußball für Feinschmecker, nur ein paar Tore haben gefehlt", kommentierte Berlins Manager Dieter Hoeneß die bisher beste Saisonleistung des Bundesliga-Achten.

Emile Mpenza (1.) hatte die Gäste vor 39.962 Zuschauern früh in Führung gebracht. Hertha-Kapitän Michael Preetz (28.) erzielte den Ausgleich. Der überragende Brasilianer Alex Alves (39.), dessen Landsmann Marcelinho (88.) sowie ein Eigentor des Schalkers Anibal Matellan (51.) brachten Hertha schließlich den achten Saisonsieg. Niels Oude Kamphuis (68.) hatte zwischenzeitlich verkürzt.

"Wir haben ordentliche Vorlagen für den Gegner geliefert. Ein überflüssiger Freistoß hat zum 1:3 geführt und dann hat Gustavo Varela nach einer Stunde eine überflüssige Gelb-Rote Karte gesehen", klagte Schalkes Trainer Frank Neubarth nach der ersten Auswärtsniederlage seiner Mannschaft seit dem 19. Oktober vergangenen Jahres. "Ich bin im Nachhinein nicht zufrieden, weil wir sieben oder acht Tore hätten schießen können", kritisierte Hertha-Coach Huub Stevens, "das ist ein kleiner Schritt nach vorne, mehr auch nicht."

Wolfsburgs erster Sieg im neuen Stadion

Seinen ersten Sieg im neuen Stadion nach zuvor zwei Heimniederlagen konnte der VfL Wolfsburg feiern. Die Niedersachsen besiegten Aufsteiger Arminia Bielefeld mit 2:0 (1:0). Vor 15.976 Zuschauern in der Volkswagen-Arena schossen Stefan Schnoor (24.) und Tomislav Maric (51.) die Tore. "Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagte VfL-Trainer Wolfgang Wolf, "wir können doch noch im eigenen Stadion gewinnen."

Der 20. Spieltag wurde am Sonntag mit zwei Partien abgeschlossen. Spitzenreiter Bayern München spielte nur 1:1 (1:0) gegen den Hamburger SV. Den Ausgleich der Gäste erzielte der Japaner Naohiro Takahara in der Nachspielzeit. Das Verfolgerduell gegen Meister Borussia Dortmund entschied der VfB Stuttgart mit 1:0 (0:0) für sich. Zvonimir Soldo (71.) war der Schütze des entscheidenden Treffers.

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