Fußball-Bundesliga: Bayer führt die Bayern vor - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fußball-Bundesliga Bayer führt die Bayern vor

Titelfavorit Bayern München hat am 3. Spieltag in Leverkusen ein Fiasko erlebt. Ballack, Lucio, Kovac und Zé Roberto unterlagen gegen ihr früheres Team deutlich. Bei der Heimpleite seiner Schalker gegen Rostock sah Goalgetter Ailton Rot. In bester Torlaune zeigten sich Stuttgarts Kuranyi und der Nürnberger Mintal.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Obwohl die Bayern dem Konkurrenten aus Leverkusen in den vergangenen Jahren die besten Fußballer weggekauft haben, waren sie in der BayArena chancenlos. Zweimal Dimitar Berbatow (20., 60.) und zweimal Franca (52., 57.) schossen die Platzherren mit 4:0 in Führung, Michael Ballack (84.) gelang per Kopf nur der Ehrentreffer. "Wir waren nicht in der Lage, dagegen zu halten", musste Bayern-Trainer Felix Magath die überraschende Unterlegenheit seiner Elf eingestehen, "das Spiel war mit den schnellen Toren zu Beginn der zweiten Halbzeit gelaufen, dann hat meine Mannschaft aufgegeben. Man muss sagen, dass Bayer Leverkusen eine hervorragende Leistung gezeigt hat."

Fotostrecke

Fußball-Bundesliga: Keine Pillen gegen Torhunger

Foto: AP

Hinter den Leverkusenern, die zumindest einen Tag lang Tabellenführer sind, liegt der VfB Stuttgart auf Platz zwei. Die Elf von Trainer Matthias Sammer siegte beim 1. FC Kaiserslautern mit 3:2. Nationalstürmer Kevin Kuranyi (31., 52, 81.) markierte alle drei Tore der Gäste. Der Ex-Stuttgarter Jochen Seitz (35.) und Carsten Jancker (38.) mit seinem ersten Saisontor hatten die Pfälzer zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung gebracht. Kurz vor dem 2:2-Ausgleich hatte Seitz die hundertprozentige Chance auf das 3:1 vergeben, als ihm einen Meter vor dem VfB-Tor eine Flanke durch die Beine rutschte. Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel stürzte der FCK auf den letzten Tabellenplatz ab. "Solche Fehler dürfen in der Bundesliga nicht passieren", sagte Lauterns Coach Kurt Jara, der wieder um seinen Arbeitsplatz fürchten muss.

Glück und Erfolg für Toppmöller

In einer dramatischen Partie gelang dem Hamburger SV der erste Saisonsieg. Vor heimischer Kulisse siegten die Rothosen gegen den 1. FC Nürnberg mit 4:3. Den entscheidenden Treffer erzielte Neuzugang Benjamin Lauth (87.). Zuvor hatten Daniel Van Buyten (12.), Björn Schlicke (40.) und Emile Mpenza (51.) für die Hamburger getroffen. Für den "Club" war Marek Mintal (37., 76., 84.) dreimal erfolgreich. Nach zuletzt fünf Pflichtspiel-Niederlagen dürften die Diskussionen um den umstrittenen HSV-Coach Klaus Toppmöller zumindest bis zum nächsten Spieltag beendet sein. "Mich freut es, dass der HSV drei Punkte geholt hat. Alles andere ist total unwichtig", sagte Toppmöller erleichtert, "es geht nur um den Verein und nicht um Personen."

Bei der 0:2-Heimniederlage des FC Schalke 04 gegen Hansa Rostock sah Ailton in der 45. Minute nach leichten Ohrfeigen gegen Joakim Persson und Uwe Möhrle die Rote Karte. Antonio di Salvo (34., 77.) erzielte die beiden ersten Rostocker Saisontreffer. "Ich bewerte den Einsatz und die Moral trotz der Niederlage positiv, wir haben auch in Unterzahl 90 Minuten auf ein Tor gespielt", erklärte Schalkes Trainer Jupp Heynckes. "Nach den heutigen zwei Stürmertoren und der Verpflichtung von Markus Allbäck ist jetzt auch unser Stürmerproblem gelöst", frohlockte Hansa-Coach Juri Schlünz.

Enttäuschung in Berlin und Bielefeld

Hertha BSC kam auch in der dritten Partie nicht über ein Remis hinaus. Gegen Mainz 05 hieß es nach Toren von Fredi Bobic (68.) und Jürgen Kramny (78.) 1:1. "Wir haben mit einem anderen Ergebnis gerechnet und uns auch einen anderen Spielbeginn vorgestellt", kommentierte Hertha-Trainer Falko Götz die schwache Leistung seiner Mannschaft, "wir wollten aggressiv in die Zweikämpfe gehen, doch man hat schnell gemerkt, dass uns der letzte Wille gefehlt hat." Der Mainzer Coach Jürgen Klopp dagegen war sehr zufrieden: "Der Punkt war das Mindeste, was wir heute verdient haben."

Wie Hertha BSC bleibt auch Arminia Bielefeld nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfL Bochum ohne Saisonsieg. Ausgerechnet der Ex-Bielefelder Mamadou Diabang (90.+2) erzielte den Siegtreffer. "In der Nachspielzeit sind wir zu naiv aufgetreten", gab Bielefelds Trainer Uwe Rapolder selbstkritisch zu. VfL-Coach Peter Neururer wertete den Auswärtserfolg als überaus glücklich. "Wir haben zu keiner Phase ins Spiel gefunden, sondern uns nur gewehrt. Der Bielefelder Ausgleich war hoch verdient, aber der Fußballgott war offenbar auf Bochumer Seite." Zuvor hatte der frühere Bochumer Delron Buckley (86.) die Gäste-Führung durch Tomasz Zdebel (31.) ausgeglichen.

Mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Borussia Mönchengladbach hat Oliver Neuville eine erneute Niederlage seines Teams verhindert. Der frühere Leverkusener erzielte in der 78. Minute nach einem Fehler von SC-Keeper Richard Golz den Ausgleichstreffer zum 1:1 (1:0)-Endstand in Freiburg. Roda Antar (28.) hatte die Breisgauer in Führung gebracht. "Ich muss dem nochmal nachgehen, warum meine Mannschaft nach der Auswechselung von Olajengbesi so unsicher geworden ist", kündigte Freiburgs Trainer Volker Finke an, "es stimmte in der Abwehr nicht mehr und auch im defensiven Mittelfeld hatten wir Probleme. Aber wäre uns der Lapsus vor dem Gegentor nicht passiert, fahren wir das heute hier nach Hause."

Mehr lesen über