Fußball-Bundesliga in Hamburg: Schalke gewinnt 3:0 beim HSV - DER SPIEGEL
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HSV vs. Schalke: Zwei Verletzte und ein Doppelschlag

Foto: Stuart Franklin/ Bongarts/Getty Images

Sieg in Hamburg Schalke schießt den HSV noch tiefer in die Krise

Das Jahr 2014 hätte für den Hamburger SV nicht schlechter beginnen können. Gegen Schalke 04 setzte es eine bittere Niederlage - zu allem Überfluss verletzten sich zwei Spieler. Die Schalker hingegen können wieder von der Champions League träumen.
Von Timo Prüfig
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der FC Schalke 04 hat die Ausrutscher der Konkurrenz genutzt und befindet sich durch einen 3:0 (1:0)-Sieg beim Hamburger SV wieder auf Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen. Der HSV hingegen ist durch die vierte Niederlage hintereinander auf Relegationsplatz 16 abgerutscht. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (34. Minute) läutete bei seinem Comeback nach mehr als fünf Monaten Verletzungspause den Sieg der Mannschaft von Trainer Jens Keller ein. Jefferson Farfán (53.) und Max Meyer (56.) stellten den Endstand her.

"Wir haben sehr aggressiv und dominant gespielt. Wir haben ein gutes Team und wollen in die Champions League", sagte der gefeierte Huntelaar nach der Partie. Bei den Hamburgern hingegen herrschte Tristesse: "Mir fehlte die Rücksichtslosigkeit und Aggressivität. Das war unglaublich enttäuschend. Die Spieler müssen böse sein", sagte HSV-Trainer Bert van Marwijk. Sportdirekter Oliver Kreuzer ergänzte: "Wir haben jetzt 16 Schlüsselspiele."

Beide Mannschaften starteten mit einigen personellen Problemen in die Rückrunde: Die verletzten René Adler, Johan Djourou und Maximilian Beister sowie der gesperrte Tomás Rincón fehlten beim HSV, Schalke musste auf den erkrankten Kapitän Benedikt Höwedes sowie die verletzten Julian Draxler, Dennis Aogo und Jan Kirchhoff verzichten. Bei den ohnehin verunsicherten Teams, die in der Tabelle bislang deutlich hinter ihren Ansprüchen herhinkten, machten sich die Umstellungen nach fünf Wochen Winterpause besonders in der Anfangsphase bemerkbar.

Huntelaar trifft per Kopf, van der Vaart scheitert an Fährmann

Die Partie war geprägt von Missverständnissen, Fehlpässen und Unterbrechungen. Zwar hatten die Schalker anfangs mehr von der Partie. Doch ein harmloser Schuss (8.) und ein unplatzierter Kopfball (16.) von Kevin-Prince Boateng waren die einzig erwähnenswerten Torchancen in der ersten halben Stunde. Doch während es bei den Gästen wenigstens nur sportlich schlecht lief, wurde es für den HSV richtig bitter: Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga (24.) und Zhi-Gin Lam (32.) mussten früh ausgewechselt werden. Beide verletzten sich unglücklich bei Zweikämpfen, Winter-Zugang Ola John und Dennis Diekmeier ersetzten sie.

Die Gastgeber waren nach den Wechseln einen Moment unsortiert - und Schalke nutzte das aus: Farfán durfte in der 34. Minute unbedrängt von der rechten Seite flanken. In der Mitte setzte sich Huntelaar im Luftkampf gegen die HSV-Verteidiger Westermann und Jonathan Tah durch und köpfte zur 1:0-Führung für die Gäste ein.

Doch anstatt nachzulegen, ließ Schalke die Hamburger plötzlich ins Spiel kommen. Besonders der eingewechselte HSV-Stürmer John sorgte für jede Menge Unruhe. Für die erste gute Chance musste aber ein Standard her: Rafael van der Vaart zirkelte einen Freistoß aus gut 17 Metern sehenswert in Richtung Torwinkel, doch Ralf Fährmann kratzte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte (39.). Eine Minute später scheiterte Marcell Jansen aus rund 16 Metern am Schalker Schlussmann.

Schalker Doppelschlag sorgt für die Entscheidung

Nach dem Wechsel begann der HSV druckvoller: Ivo Ilicevic ließ nach wenigen Sekunden einen ersten Warnschuss ab, der nur wenige Zentimeter über die Latte rauschte. Doch die Ausgleichsbemühungen wurden durch eine Slapstick-Einlage der Hamburger Defensive jäh beendet: Nach einem langen Ball von Felipe Santana waren sich Jansen und Torwart Jaroslav Drobny uneins, Farfán ging energisch dazwischen und verdoppelte die Schalker Führung (53.). Nur drei Minuten später war der Peruaner auf rechts entwischt und legte perfekt in den Rücken der Abwehr auf Meyer, der für die Entscheidung sorgte (56.).

Die Hamburger resignierten und fast die Hälfte der anfangs rund 49.000 Zuschauer machten sich frühzeitig auf den Weg nach Hause. Tatsächlich schonten die Schalker in der Schlussphase ihre Kräfte, während die Hamburger zumindest noch zum Ehrentreffer kommen wollten. Mehr als ein Pfostenschuss von Milan Badelj (80.) kam dabei aber nicht heraus.

Schalke kletterte durch den insgesamt neunten Saisonsieg auf den fünften Tabellenplatz und liegt nur noch zwei Zähler hinter den punktgleichen Teams aus Dortmund und Gladbach. Für den HSV hätte das Jahr 2014 hingegen nicht schlechter beginnen können: Da die Konkurrenz punktete, rutschten die Hamburger nach der zehnten Saisonniederlage - nur Braunschweig hat noch zwei mehr - auf Relegationsplatz 16 ab.

Hamburger SV - Schalke 04 0:3 (0:1)
0:1 Huntelaar (34.)
0:2 Farfán (53.)
0:3 Meyer (56.)
Hamburg: Drobny - Lam (31. Diekmeier), Tah, Westermann, Jansen - Badelj, Arslan - Ilicevic (65. Zoua), van der Vaart, Calhanoglu - Lasogga (24. John)
Schalke: Fährmann - Uchida (81. Hoogland), Matip, Felipe Santana, Kolasinac - Kevin-Prince Boateng, Neustädter - Farfan, Meyer, Christian Fuchs (76. Goretzka) - Huntelaar (73. Szalai)
Schiedsrichter: Sippel
Zuschauer: 49.457
Gelbe Karten: Uchida (5), Huntelaar (2)
Schüsse: 11 / 12
Laufleistung in Kilometern: 112,04 / 118,01
Ballbesitz: 52% / 48%
Fouls: 9 / 23

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