Fußball-Bundesliga: Stuttgart nicht zu stoppen - DER SPIEGEL
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Fußball-Bundesliga Stuttgart nicht zu stoppen

Der VfB Stuttgart hatte am 13. Bundesliga-Spieltag doppelt Grund zur Freude. Der Vizemeister konnte Nationalspieler Andreas Hinkel vom Bleiben überzeugen und zudem die Tabellenführung ausbauen. Doch auch die Verfolger Werder Bremen und Bayern München waren erfolgreich.
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Hamburg - Nach dem 3:1 (1:0)-Sieg am Samstag gegen Hannover 96 liegt der weiterhin ungeschlagene VfB Stuttgart mit 33 Punkten zwei Zähler vor Bremen. Der SV Werder bezwang den VfL Bochum mit 3:1 (2:0) und machte einen Platz gut. Der bisherige Tabellenzweite Bayer Leverkusen (30 Punkte) musste sich in Dortmund mit einem 2:2 (1:2) begnügen.

Die Tore für den VfB vor 36.000 Zuschauern im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion erzielten der Ungar Imre Szabics (29. Minute) und Silvio Meißner (77./90.). Der frühere Stuttgarter Thomas Brdaric (81.) hatte zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzen können. Unmittelbar vor dem Anpfiff hatte der Stadionsprecher bekannt gegeben, dass Nationalspieler Andreas Hinkel seinen Vertrag in Stuttgart vorzeitig um zwei Jahre bis 2007 verlängert hat. Damit endete ein wochenlanges Hickhack um den Abwehrmann.

"Vielleicht war unser Sieg ein Tor zu hoch, aber über 90 Minuten gesehen waren wir die bessere Mannschaft", sagte Stuttgarts Teammanager Felix Magath, "Timo Hildebrand hat uns das Spiel heute gewonnen. Wir hatten Schwierigkeiten mit dem defensiv eingestellten Gegner, der mit zehn Mann verteidigte und auf Konter wartete." Unzufrieden an alter Wirkungsstätte war 96-Coach Ralf Rangnick: "Unser Manko in der ersten Halbzeit war, dass wir aus zwei Großchancen keinen Treffer erzielen konnten. Beim 1:0 für Stuttgart haben wir uns naiv angestellt und waren selbst schuld."

In Bremen war Goalgetter Ailton gegen Bochum gleich dreimal erfolgreich. Der Brasilianer, der kommende Saison für den FC Schalke spielen wird, traf in der 6., 14. und 50. Minute (Foulelfmeter). Vor 34.298 Zuschauern im Weserstadion traf für Bochum nur Frank Fahrenhorst (75.). Der VfL-Torschütze wird gerade heftig von den Bremern umworben, die Ersatz für den ebenfalls nach Schalke abwandernden Mladen Krstajic suchen. Für Bochum gab es auch im 28. Versuch beim SV Werder nichts zu holen.

"Wir hätten nach 14 Minuten das Ergebnis unterschreiben und nach Hause fahren sollen", sagte Bochums Trainer Peter Neururer, "die Bremer haben absolut verdient gewonnen. Wir haben viele, viele Fehler gemacht." Werder-Trainer Thomas Schaaf war trotz des zehnten Sieges in der laufenden Bundesliga-Saison nicht ganz zufrieden: "Wir haben zu wenig Tore geschossen."

Vor der Rekordkulisse von 81.500 Zuschauern im Dortmunder Westfalenstadion konnte Leverkusen von der Verletzungsmisere der Borussia trotz einer Vielzahl hochkarätiger Torchancen nur bedingt profitieren. Der eingewechselte Marco Babic bewahrte Bayer mit seinem Ausgleichstreffer (78. Minute) vor einer Niederlage. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gäste in Unterzahl, nachdem der Leverkusener Diego Rudolfo Placente wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (74.) gesehen hatte. Der 19 Jahre alte Vertragsamateur Salvatore Gambino (29./32.) hatte Dortmund in Führung gebracht, Oliver Neuville (35.) auf 1:2 verkürzt.

"Leverkusen hatte in der Anfangsphase die bessere Spielanlage, wir dagegen das notwendige Quäntchen Glück", gab der Dortmunder Trainer Matthias Sammer zu und lobte den zweifachen Torschützen des BVB: "Gambino ist ein technisch guter Spieler. Ich hoffe wir werden noch viel Freude an ihm haben." Bayer-Coach Klaus Augenthaler war hingegen verstimmt: "Das Positive aus unserer Sicht ist das Unentschieden. Es war noch nie so leicht, in Dortmund zu gewinnen. Mit Placente werde ich über die Gelb-Rote-Karte intern sprechen. Er ist Profi, er hätte der Situation aus dem Weg gehen müssen." Placente hatte gerade erst eine Rotsperre von drei Spielen abgesessen.

Das 198. Münchner Derby entschied der FC Bayern mit 1:0 (1:0) gegen den TSV 1860 vor 69.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion für sich. Der deutsche Fußball-Rekordmeister schaffte den siebten Sieg im Lokalduell nacheinander. Die 1860er warten nun seit mehr als dreieinhalb Jahren auf einen Punktgewinn gegen die Bayern.

Das Siegtor erzielte der Niederländer Roy Makaay (34. Spielminute). Die Bayern, die am Dienstag in der Champions League bei Celtic Glasgow gastieren, haben als Tabellenvierter weiterhin sechs Punkte Rückstand auf Stuttgart. 1860-Profi Andreas Görlitz (61.) sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Bayern-Spieler Hasan Salihamidzic wurde von Schiedsrichter Herbert Fandel wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen. Der Bosnier soll gegen Görlitz nachgetreten haben. Die TV-Bilder bewiesen jedoch, dass Salihamidzic seinen Gegenspieler nicht einmal berührt hatte. "Ich bewerte die Szene nun anders und kann nur bestätigen, dass ich mich geirrt habe", sagte Fandel. Der Schiedsrichter wird seinen Spielbericht an den DFB-Kontrollausschuss schicken, der entscheidet, ob gegen Salihamidzic Anklage erhoben wird.

Nicht nur wegen des Platzverweises war Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sauer: "Wir haben nicht gut gespielt und zu wenig für die Offensive getan. Es ist mir unerklärlich, dass man in einem Derby nicht so heiß ist, dass man konzentriert zur Sache geht." 1860-Coach Falko Götz dachte nach der Pleite vor allem an die Fans: "Es tut mir leid für sie. Ich denke aber, dass wir uns als moralische Sieger sehen können."

Gladbach besiegt den Auswärtsfluch

Überraschende Heimniederlagen kassierten der VfL Wolfsburg und Schalke 04. Die Niedersachsen verloren mit 1:3 (1:1) gegen Mönchengladbach. Für die Borussia war es der erste Auswärtssieg seit 15 Monaten. Schalke zog gegen Rostock mit 0:1 (0:0) den Kürzeren.

Die weiter auf einem Abstiegsplatz rangierenden Gladbacher hatten vor ihrem Erfolg in Wolfsburg 21 Auswärtsspiele nicht gewinnen könnnen. Zugleich war es der erste Sieg nach elf Bundesligapartien in Folge und unter der Regie des neuen Trainers Holger Fach. Vor 22.137 Zuschauern waren Joris van Hout (13.), Arie van Lent (68.) und Joonas Kolkka (77.) für Gladbach erfolgreich. Dem Wolfsburger Stefan Schnoor (32.) war der Ausgleich gelungen.

"Ich bin froh, dass wir endlich unsere Auswärtsmisere beenden konnten. Dieser Sieg ist der Lohn für die gute Arbeit, die die Mannschaft in der Woche geleistet hat. Das Team hat sich diesen Erfolg verdient", jubelte Lienen-Nachfolger Fach. Dessen Wolfsburger Trainerkollege Jürgen Röber war hingegen nach der zweiten Heimniederlage der Saison restlos bedient: "Ich bin enttäuscht, dass wir nicht die Leistung der letzten Heimspiele gezeigt haben. Unsere Offensive und Defensive konnten heute gleichermaßen nicht überzeugen."

Schalke muss zittern

Razundara Tjikuzu sicherte dem FC Hansa Rostock den ersten Auswärtssieg der Saison. Dem Nationalspieler aus Namibia gelang am Samstag vor 61.266 Zuschauern in der ausverkauften Arena "Auf Schalke" nach 52 Minuten der entscheidende Treffer. Für die Gelsenkirchener war es bereits die dritte Niederlage im siebten Heimspiel.

"Das ist ein herber Rückschlag für uns", stöhnte Schalkes Trainer Jupp Heynckes, "wir dürfen nicht blauäugig sein. Wir stehen im unteren Drittel der Tabelle, und nach dem Uefa-Cup-Spiel am Donnerstag in Kopenhagen müssen wir uns voll auf die Bundesliga konzentrieren." Hansa-Coach Juri Schlünz machte es kurz: "Das ist ein ganz wichtiger Sieg für uns."

Köln weiter von der Rolle

Schlusslicht bleibt der 1. FC Köln. Gegen den Hamburger SV kassierte der Bundesliga-Rückkehrer eine 0:1 (0:1)-Niederlage und verlor auch das zweite Spiel unter dem neuen Trainer Marcel Koller. Vor 38.600 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion erzielte Sergej Barbarez (41.) den Treffer zum Sieg für die erstmals seit einem Jahr auswärts erfolgreichen Hamburger.

"Wir haben alles versucht, aber es hat wieder nicht gereicht. Ich hoffe aber weiter, dass irgendwann das Positive sichtbar wird und wir den Schalter umlegen können", sagte Koller, "ich muss mit den Spielern arbeiten, die ich habe. Über Verstärkungen können wir erst im Winter nachdenken." HSV-Coach Klaus Toppmöller sah den zweiten Sieg seiner Mannschaft nacheinander nüchtern: "Es war sicher kein Topspiel, aber wir haben kompakt gestanden und kaum eine Kölner Chance zugelassen."

Frankfurt verliert, Lautern gewinnt

Auf dem vorletzten Platz bleibt Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft von Trainer Willi Reimann verlor am Sonntag beim SC Freiburg mit 0:1 (0:1). Den einzigen Treffer des Spiels erzielte der Freiburger Wilfried Sanou (81.). Bei dem Treffer machte Frankfurts Torwart Oka Nikolov eine unglückliche Figur. Er ließ den Ball durch seine Hände gleiten.

Reichlich Grund zur Freude hatten hingegen die Fans des 1. FC Kaiserslautern. Der FCK drehte das Spiel gegen Hertha BSC Berlin nach einem 0:2-Rückstand noch um. Mann des Tages beim umjubelten 4:2 (0:2)-Erfolg war der dreimalige Torschütze Miroslav Klose (46./68./79.). Zudem traf der Kameruner Bill Tchato (77.) für die Gastgeber. Durch Nando Rafael (37.) und ein Eigentor von Aleksander Knavs (45.) waren die Berliner vor 33.200 Zuschauern im Fritz-Walter- Stadion mit 2:0 in Führung gegangen.

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