Fußball-Bundesliga: Stuttgart verpasst Sprung an die Spitze - DER SPIEGEL
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Fußball-Bundesliga Stuttgart verpasst Sprung an die Spitze

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Stuttgart - Durch ein torloses Unentschieden nach einem schwachen Spiel hat sich der VfB Stuttgart selbst den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verbaut. Der Vizemeister kam am Sonntagabend nicht über ein 0:0 gegen Hertha BSC hinaus, die damit nach der 0:3-Auftaktpleite gegen Werder Bremen den ersten Punkt einfuhr. Vor 37.000 Zuschauern im Daimler-Stadion verspielte die Mannschaft von Trainer Felix Magath damit die große Chance, erstmals seit sieben Jahren wieder an die Spitze der Liga zu stürmen. "Hertha war sehr defensiv eingestellt und hat aggressiv gestört", kommentierte Magath, "deswegen sind wir gar nicht erst ins Spiel gekommen."

Die keineswegs chancenlosen Berliner sicherten den Punktgewinn in den letzten zehn Minuten mit neun Feldspielern, nachdem Artur Wichniarek, bis dahin gefährlichster Gäste-Akteur, wegen angeblicher Beleidigung von Schiedsrichter Kemmling (Burgwedel) die Rote Karte (82. Minute) sah. Hertha ist das einzige Team ohne Treffer, der VfB die einzige Mannschaft ohne Gegentor.

Die Gastgeber traten in Bestbesetzung an. Im Sturm erhielt Ioannis Amanatidis den Vorzug gegenüber den Neuzugängen Cacau und Imre Szabics, der beim 2:0-Auftaktsieg in Rostock beide Tore erzielt. Von Beginn an war Alexander Hleb mit von der Partie. Für den Weißrussen musste Silvio Meissner weichen. Hertha BSC konnte nach einem Härtetest im Abschlusstraining auf die zuletzt angeschlagenen Fredi Bobic (Wirbelblockade) und Arne Friedrich (Bauchmuskelzerrung) zurückgreifen. Trainer Huub Stevens hatte die Mannschaft nach der 0:3-Pleite gegen Werder Bremen auf vier Positionen verändert und stellte Marko Rehmer neben Friedrich in die Viererkette.

Nach fünf Minuten hatte Soldo nach einer Freistoßflanke von Horst Heldt das 1:0 für den VfB auf dem Fuß, doch Kiraly parierte den Schuss aus kurzer Distanz. Doch schienen beide Teams die von VfB-Teammanager Magath, der vor dem Anpfiff als "Trainer des Jahres" geehrt worden war, zuvor ausgegebene Parole einer "Kraft schonenden Spielweise" zu beherzigen. Torchancen entsprangen bei Temperaturen um 40 Grad Celsius meist aus Fehlpässen oder Unaufmerksamkeiten der jeweiligen Hintermannschaften. "Nach der Klatsche gegen Bremen und der Verletzung von Marcelinho war klar, dass wir in der Offensive sehr schwach sind", erklärte Hertha-Coach Stevens.

Wichniarek (12./13.) sowie Fredi Bobic (31.) hätten die Berliner aber durchaus in Führung bringen können. "In der ersten Hälfte hatten wir ein paar Mal Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind", gab Magath zu. Nach der Halbzeitpause wechselte der VfB-Trainer Szabics ein. Die Partie blieb ausgeglichen, erst nach dem Platzverweis gegen Wichniarek waren die Platzherren klar überlegen. Fünf Minuten vor dem Abpfiff rettete Hertha-Keeper Kiraly seiner Elf den ersten Punkt, als er einen Fernschuss von Fernando Meira glänzend abwehrte.

VfB Stuttgart - Hertha BSC Berlin 0:0
Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Meira, Bordon, Gerber - Hleb, Soldo (58. Meißner), Vranjes, Heldt (83. Cacau) - Kuranyi, Amanatidis (46. Szabics)
Berlin: Kiraly - Rehmer, van Burik, Simunic - Friedrich (78. Lapazcinski), Dardai (67. Marx), Kovac - Neuendorf - Goor, Wichniarek, Bobic (64. Karwan)
Schiedsrichter: Kemmling (Burgwedel)
Zuschauer: 37.000
Gelbe Karten: Held - Dardai, Bobic, Kovac, Marx, Neuendorf
Rote Karte: Wichniarek (Berlin, 81., wegen unsportlichen Verhaltens)

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