Real Madrids Superstar Ronaldo deutet Abschied an
Cristiano Ronaldo: "Ich bin traurig"
Foto: Andres Kudacki/ APHamburg - Eigentlich hatte Cristiano Ronaldo allen Grund zur Freude, mit zwei Toren beim 3:0 gegen Granada war der Portugiese einmal mehr Mann des Spiels. Doch Ronaldo war nicht zum Feiern zumute. Der Superstar von Real Madrid ließ nach der Partie in den Katakomben des Bernabeu-Stadions verlauten: "Ich bin traurig, und der Verein weiß es schon. Es geht nicht um persönliche Dinge, sondern um professionelle." Will Ronaldo den Club verlassen?
Bei Fans und Verantwortlichen in Madrid sorgte Ronaldos Auftritt jedenfalls für Alarmstimmung. "Er hält es nicht mehr aus", titelte die Sporttageszeitung "Marca" am Montagmorgen. Bereits am Samstag soll sich der mit 94 Millionen Euro Ablöse teuerste Profi der Geschichte mit Reals Präsident Florentino Perez getroffen haben und ihn um die Freigabe gebeten haben. Er fühle sich in der Mannschaft nicht mehr wohl, berichten spanische Medien. Aus dem Umfeld Ronaldos wurde zudem bekannt, dass er bei den "Königlichen" die angemessene Wertschätzung für seine Leistungen vermisse.
Am Donnerstag war Barcelonas Andrés Iniesta zu Europas Fußballer des Jahres gewählt worden. Der ebenfalls nominierte Ronaldo ging trotz einer herausragenden Saison, in der er die Madrilenen zur spanischen Meisterschaft führte, erneut leer aus. "Das hat nichts mit Iniesta zu tun. Ich werde darüber nicht mehr sprechen. Es gibt wichtigere Dinge als das. Die Leute im Verein wissen Bescheid, mehr kann ich nicht sagen", erklärte der 27-Jährige. Frust soll bei Ronaldo auch herrschen, weil sich Vereinsoffizielle für seinen Teamkollegen und Spaniens Nationaltorhüter Iker Casillas als Weltfußballer starkmachen. Konkurrenz um den Goldenen Ball ausgerechnet aus dem eigenen Lager.
In Madrid besitzt der Portugiese noch einen Vertrag bis 2015. Weil die Transferfrist auch in Spanien am vergangenen Freitag endete, ist zumindest ein baldiger Wechsel ausgeschlossen.
In 144 Pflichtspielen erzielte Ronaldo für Real 146 Tore. Auf den obligatorischen Jubel verzichtete der Ausnahmestürmer bei seinen beiden Treffern gegen Granada. Dazu sei er zu enttäuscht, sagte er.