Umfrage der Spielergewerkschaft Jede zweite Fußballerin erwägt Karriereende
49 Prozent der Spielerinnen erwägen ein frühes Karriereende (Symbolbild)
Foto: Beautiful Sports / Jan Kaefer / IMAGOTrotz der Förderung des Fußballs der Frauen denkt fast jede zweite Spielerin über ein vorzeitiges Karriereende nach.
Finanzielle Probleme und psychische Belastungen sind laut einer Umfrage der Spielergewerkschaft Fifpro in 40 Ländern die wichtigsten Gründe. Demnach erwägen 49 Prozent der 791 befragten Spielerinnen, früher als vielleicht nötig mit dem Fußball aufzuhören. 59 Prozent nannten dafür finanzielle Gründe, 46 Prozent gaben psychischen Stress an.
Bundesliga über dem Durchschnitt
Das durchschnittliche, inflationsbereinigte Monatsgehalt in den Vereinen hat sich laut Studie dank des Umsatzwachstums in Ligen wie der National Women’s Soccer League in den USA auf 2601 US-Dollar verdreifacht. Das mittlere Monatsgehalt liegt mit 1669 Dollar (rund 1440 Euro) allerdings deutlich darunter.
Die Professionalisierung des Fußballs der Frauen schreite in einigen Teilen der Welt immer schneller voran und die Einnahmen würden steigen, hieß es. »Allerdings sind die Fortschritte und Vorteile nicht gleichmäßig auf die Spielerinnen weltweit verteilt«, sagte Alex Culvin, Direktorin für den Fußball der Frauen bei der Fifpro.
In Deutschland lag in der Bundesliga der Frauen das durchschnittliche monatliche Grundgehalt bei 4500 Euro. Diese Zahlen gab der DFB für die Saison 2024/2025 bekannt.
Viele Spielerinnen verdienen nicht mal den Mindestlohn
Im kommenden Jahr steuere der Fußball der Frauen auf globale Einnahmen von mehr als einer Milliarde US-Dollar zu. Aber außerhalb der finanziell stärksten Clubs seien prekäre Beschäftigungsbedingungen weiterhin verbreitet, sagte Culvin.
So verdienen in zehn osteuropäischen Ländern Fußballerinnen demnach im Durchschnitt weniger als den jeweiligen nationalen Mindestlohn. Zudem hätten weltweit lediglich 56 Prozent der Spielerinnen einen Arbeitsvertrag. In nur 8 von 30 im Bericht analysierten nationalen Ligen gebe es einen Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen regele. Deswegen fordere die Fifpro weltweit verbindliche Mindeststandards zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Psychische Gesundheit ein weiteres Problem
Insgesamt 57 Prozent der befragten Spielerinnen berichteten von psychischen Problemen. Die Hälfte von ihnen erhielt nach eigenen Angaben keine Unterstützung durch ihre Clubs. Deshalb fordert die Fifpro unter anderem eine verpflichtende psychologische Betreuung.
Derweil gab es laut der Studie Verbesserungen unter anderem im Bereich des Mutterschutzes. Der Weltverband Fifa hatte 2021 die von der Fifpro ausgehandelten Regeln eingeführt. Hatten bei der letzten großen Umfrage 2017 noch 47 Prozent der Spielerinnen erwogen, wegen der Gründung einer Familie aufzuhören, waren es jetzt nur noch 19 Prozent.