Fußball-EM 2008: Alpenländer beben vor Freude - DER SPIEGEL
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Fußball-EM 2008 Alpenländer beben vor Freude

Eine Überraschung war es wahrlich nicht. Die Fußball-EM 2008 wird in der Schweiz und Österreich ausgetragen. Das favorisierte Alpenduo setzte sich gegen die anderen Bewerber sicher durch.
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Nyon - Die 13. Fußball-Europameisterschaft 2008 findet vom 7. bis 29. Juni in Österreich und der Schweiz statt. Das entschied das 14-köpfige Exekutivkomitee der Uefa, dem unter anderem auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder angehört, am Donnerstag in Nyon.

"Das ist ein überwältigendes Gefühl und eine schöne Erfahrung", sagte Peter Gillieron, Generalsekretär des Schweizer Fußball-Verbandes. "Wir hatten vor, etwas ganz Besonderes zu machen. Unser Fußball, unser Nachwuchs hat jetzt eine Vision", freute sich der österreichische Verbandschef Friedrich Stickler.

Die Alpenrepubliken setzten sich im entscheidenden Wahldurchgang mit 9:3 gegen Ungarn durch. Griechenland/ Türkei, Schottland/Irland und das Bündnis Nordic 2008 (Schweden, Dänemark, Norwegen sowie Finnland) hatten zuvor den Kürzeren gezogen.

"EM der kurzen Wege"

Bereits bei der Vorauswahl durch das so genannte Nationalmannschafts-Komitee der Uefa waren Russland und Kroatien/Bosnien-Herzegowina auf der Strecke geblieben. Damit wird die EM in sechs Jahren zum zweiten Mal nach 2000 (Belgien/Niederlande) in zwei Ländern ausgetragen.

"Ich freue mich für unsere Freunde aus Österreich und der Schweiz. Sie waren der Favorit und haben eine gute Präsentation geliefert", sagte Mayer-Vorfelder. Auch DFB-Teamchef Rudi Völler war mit dem Ergebnis zufrieden: "Für die deutschen Fans wäre es eine EM der kurzen Wege, sollte sich unsere Mannschaft dafür qualifizieren."

Die Topfavoriten setzten sich durch

"Heute gibt es keine Verlierer, sondern nur Bewerbungen, die diesmal nicht gewonnen haben", sagte Uefa-Präsident Lennart Johansson, der am Donnerstag um 14.32 Uhr in Genf das Ergebnis der Abstimmung bekannt gab.

Dem Team Österreich/Schweiz waren von vornherein die besten Chancen eingeräumt worden. Die Favoriten hatten Unter dem Motto "Football's best - close to you" ein erstklassiges Dossier vorgelegt und mit rund 3,4 Millionen Euro mehr Geld als jeder Konkurrent in die Bewerbung gesteckt. Prominente Fürsprecher waren unter anderem Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher, der am Genfer See lebt, und der Wahl-Österreicher Franz Beckenbauer.

Österreich schaffte es im dritten Versuch

Die Kandidatur der Alpenländer wurde zudem von der breiten Unterstützung der Bevölkerung getragen, die laut Meinungsumfragen in beiden Ländern zu 80 Prozent hinter der Bewerbung steht. Für Österreich klappte es im dritten Anlauf. Um die EM 1996 und 2004 (gemeinsam mit Ungarn) hatte sich die Alpenrepublik vergeblich beworben. Die Schweiz kandidierte erstmals seit dem WM-Turnier 1954 - damals gewann Deutschland seine erste von bislang drei Weltmeisterschaften - für ein Fußball-Großereignis.

Das Konzept sieht 16 Spiele in Österreich und 15 in der Schweiz vor. Das Endspiel findet am 29. Juni im Wiener Ernst-Happel-Stadion statt. Dort werden mit insgesamt sieben Partien, darunter zwei Viertelfinals und ein Halbfinale, die meisten Spiele ausgetragen. Weitere Spielorte für jeweils drei Vorrunden-Begegnungen sind Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck.

EM-Etat in Höhe von 110 Millionen Euro

Das Eröffnungsspiel geht am 7. Juni im Berner Wankdorf-Stadion über die Bühne. Die Traditions-Arena, in der Deutschland 1954 seinen ersten Weltmeistertitel errang, wird bis zum Juni 2005 komplett umgebaut und dann 40.226 Zuschauern Platz bieten. Insgesamt werden in Bern sechs Spiele, darunter auch zwei Viertelfinals und ein Halbfinale, ausgetragen. Zudem werden in Zürich, Genf und Basel weitere Begegnungen ausgetragen.

Das Budget der EM 2008 beträgt rund 110 Millionen Euro und entspricht damit in etwa jenem der Europameisterschaft 2000. Beide Verbände rechnen mit einer 100-prozentigen Auslastung der Stadien bei den 31 Spielen. Dies entspräche einem Zuschaueraufkommen von 1,138 Millionen. Die Fußball-EM 2004 findet vom 12. Juni bis 4. Juli in Portugal statt.