Neuer Fifa-Wettbewerb Klub-WM mit Bayern und BVB wird in elf US-Städten ausgetragen
Fifa-Präsident Gianni Infantino wirbt für die umstrittene Klub-WM
Foto: Evan Agostini / Invision / AP / dpaDie erste Auflage der neuen Klub-WM wird im kommenden Jahr in elf US-Städten ausgetragen. Finalort wird das Metlife Stadium in East Rutherford in New Jersey sein, wie der Fußball-Weltverband Fifa beim »Global Citizen Festival« im New Yorker Central Park verkündete. Der Austragungsort für das Eröffnungsspiel ist noch unbekannt.
Als weitere Ausrichterstädte gaben Fifa-Präsident Gianni Infantino und prominente Gäste wie Hollywoodschauspieler Hugh Jackmann und Musikproduzent DJ Khaled unter anderem Miami, Los Angeles, Seattle und Washington bekannt. Orlando ist gleich mit zwei Stadien vertreten. Außerdem sollen Turnierspiele in Atlanta, Nashville, Charlotte, Cincinnati und Philadelphia angepfiffen werden.
Die reformierte Klub-WM soll vom 15. Juni bis zum 13. Juli mit 32 statt wie bisher sieben Mannschaften stattfinden. Das Turnier löst die bisherige Mini-WM ab. Gespielt wird in acht Vierergruppen, danach spielen die Teams vom Achtelfinale an eine K.-o.-Phase aus. Für die Endspielteilnehmer stehen somit sieben Spiele an. Die Auslosung findet im Dezember statt. Aus deutscher Sicht sind Rekordmeister Bayern München und Borussia Dortmund qualifiziert.
Wer wird TV-Partner des Turniers?
Infantino versprach in einer Mitteilung »ein neues Kapitel der Fußballgeschichte«. Die Klub-WM solle dem Vereinsfußball und der Talententwicklung einen enormen Schub verleihen. Das Turnier ist jedoch nicht unumstritten, weil durch die Ausweitung des Turniers der ohnehin pralle Spielkalender weiter aufgebläht wird und vor allem den Topstars der Branche ein Sommer ohne echte Pause droht.
Manchester Citys Mittelfeldstratege Rodri hatte unabhängig von der Klub-WM einen Streik ins Spiel gebracht, sollte die Anzahl der Spiele weiterhin steigen. »Wenn es so weitergeht, haben wir keine andere Wahl. Wir sind die Akteure, die unter dem Terminkalender leiden«, sagte der spanische Europameister. Für ihn seien »40 bis 50 Spiele« das Maximum, darüber hinaus »sinke das Niveau«, denn es sei »nicht möglich, so viele Spiele auf höchstem Level« zu machen. Klubs wie City könnten angesichts der vielen Wettbewerbe auf 75 oder sogar 80 Spiele in einer Saison kommen. Für die Nationalspieler wie Rodri sind es sogar noch mehr.
Anfang September hatte die Gewerkschaft FIFPro in einem Bericht Schutzmaßnahmen für die Spieler gefordert, um deren Reisen zu beschränken sowie Pausen und eine angemessene Erholung zu ermöglichen, damit die Athleten ihr Leistungslimit erreichen könnten. Auch Bayerntrainer Vincent Kompany sprach die Reisen als Teil der Belastung an. Teilweise würden Nationalspieler neben den Vereinspartien ja auch noch Länderspiele auf anderen Kontinenten bestreiten.
Neben der Kritik an der Belastung ist weiterhin offen, wer überhaupt die Partien der Klub-WM übertragen wird. Das Turnier ist auch ein Testlauf für die Weltmeisterschaft 2026. Diese richtet die USA gemeinsam mit Mexiko und Kanada aus. Die Fifa möchte die Klub-WM alle vier Jahre austragen. Für 2029 steht noch kein Ausrichter fest.