Fußball-Nationalelf Siegen für Rudi
Münsing - Sollte sich die DFB-Auswahl vorzeitig für die WM 2002 in Japan und Südkorea qualifizieren, so steht einer Vertragsverlängerung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Völler endgültig nichts mehr im Wege.
Vor dem Spiel der Spiele am Samstag (19.30 Uhr) im Münchner Olympiastadion signalisierte Leverkusens Manager Reiner Calmund erneut seine Bereitschaft, seinen Sportdirektor für den Job als Teamchef bis zur WM 2006 in Deutschland freizugeben.
Renaissance des dreimaligen Weltmeisters
"Wir lassen Rudi ziehen, wenn er das will", sagte Calmund vor dem mit Spannung erwarteten WM-Qualifikationsduell dem "Kölner Express". Völler selbst will abwarten, bis die WM-Qualifikation
unter Dach und Fach ist. Doch längst hat sich der 41-Jährige, der eigentlich bis 2003 als Sportdirektor bei Bayer und bis 2002 (einschließlich der WM in Südkorea und Japan) beim DFB unter Vertrag steht, für den Verband entschieden - auch wenn er noch abblockt. "Lassen Sie mich nächste Woche darauf antworten", sagte
Völler und zog gleichzeitig schon einmal ein positives Fazit seiner Arbeit seit Juli 2000, "Ich bin mit dem Jahr sehr zufrieden und auch damit, wie die Qualifikation bislang lief. Diese Entwicklung hätte vor einem Jahr keiner für möglich gehalten."
In der Tat hat der dreimalige Welt- und Europameister in den 15 Monaten seit der blamablen Euro 2000 eine Renaissance erlebt. Für DFB-Kapitän Oliver Kahn vor allem das Verdienst von Völler: "Er hat
ein positives Umfeld geschaffen und hat es geschafft, dass es bei der Nationalmannschaft wieder Spaß macht. Außerdem hat er den Nationalspielern das Gefühl gegeben, dass alle, die dabei sind, europäische Topspieler sind."
Offensiver Optimismus
Entsprechend groß ist die Zuversicht im Kreis der deutschen Nationalmannschaft, dass die positive Bilanz unter Völler auch nach der Partie gegen den Erzrivalen England Bestand hat. "Sie liegen
uns, und zu Hause schlagen sie uns nicht", verdeutlichte Deutschlands "Fußballer des Jahres" Kahn am Donnerstag den neuen Optimismus in der DFB-Auswahl. Deshalb werde die Mannschaft auch
offensiv auftreten, meinte der Nationalkeeper.
Zumal die Spieler das Negativbeispiel gegen die Türkei vor Augen hätten, als sich Deutschland noch unter Teamchef Erich Ribbeck mit einem 0:0 zur Euro gezittert hatte. "So etwas wollen wir nicht mehr erleben. Daraus haben wir gelernt. Wir wollen unsere Chance suchen und Tore erzielen. Wir werden alles andere als auf
Unentschieden spielen", betonte Kahn.
Die voraussichtliche Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft gegen England:
Kahn - Wörns, Nowotny, Linke - Rehmer, Hamann, Ballack, Böhme - Deisler - Neuville, Jancker