Fußball-Regionalliga Kollektives Sterben
Leipzig - Neben den Rheinländern, die am Samstag sportlich in die vierte Liga abgestiegen sind, und Zweitligaabsteiger SSV Ulm 1846 stehen auch die Regionalligisten Sachsen Leipzig, Rot-Weiß Essen und 1. FC Magdeburg vor dem Aus. Dem klammen Quintett droht nun das Insolvenzverfahren und damit die Strafversetzung in die Verbandsliga, der fünfthöchsten Klasse.
Unmittelbar nach dem mit einem 3:3 gegen Wilhelmshaven sportlich erreichten Klassenerhalt wurde in Leipzig bekannt, dass der Vermarktungspartner "Sportwelt" die für die Erteilung der Drittliga-Lizenz nötigen Millionen-Bürgschaften nicht zur Verfügung stellen wird. Die Tochterfirma der Kinowelt AG ist direkt von der ökonomischen Schieflage des Stammhauses betroffen.
In Magdeburg trudelte die Hiobsbotschaft schon vor dem entscheidenden Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den BFC Dynamo Berlin ein. Dennoch gewann der einzige Europacupsieger der DDR vor 20.600 Zuschauern mit 5:2 (1:1) - ein, wie es scheint, wertloser Sieg.
Bis Dienstag müssen die Clubs neue Geldgeber gefunden haben
Die betroffenen Vereine haben nun bis Dienstag Zeit, die vom DFB geforderten Bankbürgschaften vorzulegen. Nach dem Rückzug der "Sportwelt" fehlen Leipzig 5,5 Millionen Mark. Magdeburg muss eine Bürgschaft über vier Millionen Mark präsentieren. Doch woher die neuen Geldgeber kommen sollen, ist völlig unklar.
"Wir werden zwar das ganze Wochenende kurbeln, aber es sieht sehr schlecht aus", sagte Magdeburgs Präsident Lutz Trümper nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) vor Fans, nachdem er am Freitag von der "Sportwelt" über die neue Situation informiert worden war. Der neue Magdeburger Oberbürgermeister hat bereits erklärt, dass die öffentliche Hand nicht einspringen könne.
Nach dem derzeitigen Stande der Dinge will die schwer angeschlagene "Sportwelt" künftig nur noch die Zweitligisten Waldhof Mannheim, Karlsruher SC und Union Berlin mit Bürgschaften unterstützen.