Fußball-WM: Beckham lässt Argentinien weinen - DER SPIEGEL
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Fußball-WM Beckham lässt Argentinien weinen

Das Straucheln der Favoriten bei der WM in Südkorea und Japan setzt sich fort. Nach Weltmeister Frankreich muss auch Titelanwärter Argentinien um das Weiterkommen bangen. Bei der verdienten Niederlage gegen England war von südamerikanischer Fußballkunst nicht viel zu sehen.
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Sapporo - David Beckham hat Englands lange Durststrecke gegen Argentinien beendet. Vier Jahre nach seiner folgenschweren Roten Karte bei der WM-Achtelfinalniederlage gegen die Südamerikaner revanchierte sich der rechtzeitig von einem Fußbruch genesene Mittelfeldstar von Manchester United am Freitag in Sapporo für die Schmach von St. Etienne. Mit seinem verwandelten Foulelfmeter machte Beckham (44.) den ersten Sieg der Engländer bei einer WM gegen Argentinien seit 36 Jahren perfekt.

"Unglaublich, ich habe vier lange Jahre warten müssen", sagte Beckham anschließend, "die ganze Mannschaft hat heute eine brillante Leistung geboten." Englands Coach Sven Göran Eriksson war ebenfalls zufrieden: "Wir haben mit viel Herz einen sehr wichtigen Sieg errungen. Die letzten 15 Minuten waren allerdings hart."

Erikssons argentinischer Kollege Marcelo Bielsa machte seiner Mannschaft trotz der Niederlage keine Vorwürfe: "Wir haben alles versucht, aber es hat nicht gereicht." Sein Team habe keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sagte Bielsa. "Wir haben noch die Chance weiterzukommen. Das nächste Spiel ist entscheidend. Wir müssen die Niederlage ganz schnell abhaken."

Argentinien vor dem Aus

Vor 35.927 Zuschauern im Sapporo Dome verdiente sich England den knappen Erfolg durch eine kämpferische Glanzleistung und rückte mit vier Zählern in der Gruppe F hinter den punktgleichen Schweden auf Rang zwei vor. Titelkandidat Argentinien (3 Punkte) geriet durch den Rückschlag in die Bredouille und muss nun am 12. Juni gegen die Schweden gewinnen, um mit Sicherheit in die nächste Runde vorzustoßen. Nigeria (0 Punkte) ist nach der 1:2 (1:1)-Niederlage gegen die Skandinavier ausgeschieden.

In dem Duell der Erzrivalen schenkten sich beide Kontrahenten nichts. Argentinien, der Weltmeister von 1978 und 1986, hatte durch Javier Zanetti (6.) und Kily Gonzales (8.) die ersten guten Chancen. England agierte aus einer verstärkten Defensive und baute auf seine Konterstärke. Beim ersten schnellen Gegenzug wurde es sofort gefährlich, als der von der argentinischen Abwehr nicht gestörte Michael Owen von der Strafraumgrenze aus an den Pfosten schoss (24.).

Beckhams Strafstoß in Neeskens-Manier


Im Gegenzug scheiterte Gabriel Batistuta freistehend mit einem Kopfball an Keeper David Seaman. Trotz dieser gelungenen Doppelaktion und einer weiteren großen Einschussmöglichkeit für Gonzales (31.) plätscherte die Partie, die für Bayern Münchens Owen Hargreaves (Wadenblessur) schon nach 19 Minuten beendet war, weiter vor sich hin.

Als sich alles schon auf ein 0:0 zur Pause einstellte, sorgte Owen für Aufregung. Der Stürmer des FC Liverpool ließ im Strafraum Mauricio Pochettino aussteigen und wurde von diesem gefoult. Beckham nutzte die Gelegenheit eiskalt und schoss den Strafstoß mitten ins Tor. So hatte einst der Holländer Johann Neskens bei der WM 1974 die Elfmeter verwandelt.

England blieb am Drücker

Nach dem Wiederanpfiff versuchte Argentiniens Coach Marcelo Bielsa mit der Hereinnahme von Pablo Aimar und später Hernan Crespo für die wirkungslosen Stars Juan Veron und Batistuta für mehr Offensiv-Geist zu sorgen.

Doch es waren zunächst die Briten, die in dem Klassiker am Drücker blieben und gegen die unsichere Hintermannschaft des Gegners durch den überragenden Owen (49.) sowie Paul Scholes (50.) und Joker Teddy Sheringham (58.) die Entscheidung auf dem Fuß hatten. In der Schlussphase riskierte die Bielsa-Elf alles, doch die defensiv starken Briten brachten den Vorsprung über die Zeit.


Argentinien - England 0:1
0:1 Beckham (44., Foulefmeter)
Argentinien: Cavallero - Pochettino, Samuel, Placente - Zanetti, Simeone, Veron (46. Aimar), Sorin - Ortega, Batistuta (60. Crespo) - Gonzales (64. Claudio Lopez)
England: Seaman - Mills, Ferdinand, Campbell, Ashley Cole - Beckham, Butt, Hargreaves (19. Sinclair), Scholes - Owen (80. Bridges), Heskey (56. Sheringham)
Schiedsrichter: Collina (Italien)
Zuschauer: 35.927 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Batistuta / Cole, Heskey

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