Fußball-WM: Blatter auf den Hund gekommen - DER SPIEGEL
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Fußball-WM Blatter auf den Hund gekommen

Fifa-Präsident Sepp Blatter hat die Regierung von Südkorea knapp sieben Monate vor der WM aufgefordert, der Tierquälerei im Land ein Ende zu bereiten.
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Zürich - In einem Brief an den südkoreanischen Parlamentsabgeordneten Chung Mong-Joon, Vizepräsident der Fifa und Chef des südkoreanischen Verbandes, betonte Fifa-Präsident Sepp Blatter, dass es dabei nicht nur um den Schutz der Tiere gehe, sondern dass der internationale Ruf Koreas auf dem Spiel stehe. Korea habe durch die WM die Chance zu beweisen, dass sich das Land der heftigen Kritik aus der ganzen Welt nicht verschließe und Quälerei verurteile.

Hundefleisch als Potenz fördernde Delikatesse


In Südkorea gilt Hundefleisch als Potenz fördernde Delikatesse. Die so genannten Fleisch-Hunde werden unter unhygienischen Bedingungen zu Dutzenden in engen Käfigen gehalten und vor ihrem Tod aufgehängt und geschlagen, um das Fleisch durch den extremen Adrenalin-Ausstoß weicher zu machen. Bei der Fifa waren in den letzten Monaten Tausende von Briefen und E-Mails eingegangen, in denen Tierschützer aus aller Welt ihren Protest

gegen die Zustände in Südkorea zum Ausdruck brachten und die Fifa zum Handeln aufforderten.

Fifa-Vizepräsident Chung hat Blatter zugesichert, sich persönlich um die Angelegenheit zu kümmern und sich für eine artgerechte Tierhaltung und die Umsetzung der Tierschutzgesetze in seiner Heimat einzusetzen. In Südkorea sei bereits eine entsprechende Untersuchung eingeleitet worden, die unter anderem das Landwirtschafts- und Forstministerium sowie das Gesundheits- und Sozialministerium einbeziehe. Auch das WM-Organisationskomitee, so Chung, habe sich bereits mehrfach mit Regierungsvertretern getroffen, um Tierquälerei mit effizienten Maßnahmen zu unterbinden.

Proteste und Boykott-Aktionen angekündigt


Vor den Olympischen Spielen 1988 in Seoul waren in der Hauptstadt mehrere tausend Hundefleisch-Restaurants geschlossen, allerdings unmittelbar nach den Spielen wieder eröffnet worden. Weltweite Tierschutzorganisationen haben bereits mehrfach zu Protest- und Boykottaktionen im Umfeld der WM aufgerufen, sollte Südkorea nicht endgültig den Verkauf von Hundefleisch per Gesetz untersagen.