Fußball-WM Russland bezwingt Tunesien
Kobe - Gelungener Start für Russland bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Die "Sbornaja" schlug in ihrem Auftaktmatch in Kobe Tunesien nach einem Kraftakt mit 2:0 (0:0), setzte sich an die Tabellenspitze der Vorrunden-Gruppe H und hat damit beste Aussichten auf die erste WM-Achtelfinal-Teilnahme nach dem Untergang der Sowjetunion. Nationaltrainer Oleg Romantsew, der für den Fall eines Scheiterns in der Vorrunde seine Rücktritt angekündigt hatte, kann nach dem Sieg über die Nordafrikaner um Freiburg-Legionär Adel Sellimi nun etwas gelassener die kommenden Aufgaben angehen. Nach einer Leistungssteigerung der Russen im zweiten Durchgang erzielte Igor Titow in der 59. Minute mit einem fulminanten Schuss aus 18 Metern Entfernung das Führungstor. Walerj Karpin erhöhte per Foulelfmeter (64.), nachdem Radhi Jaidi den eingewechselten Dimitri Sitschew von den Beinen geholt hatte. Vor 40.000 Zuschauern im futuristischen Wing Stadion präsentierten sich beide Mannschaften von ihrer schwachen Seite und ließen wenig Spielfreude aufkommen. Um ins Achtelfinale einzuziehen, müssen sich beide Teams erheblich steigern. Russland trifft in der nächsten Begegnung am 9. Juni in Yokohama auf WM-Gastgeber Japan, während sich Tunesien am 10. Juni in Oita mit Belgien auseinander setzen muss.
"Ein starkes russisches Team"
"Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel meiner Mannschaft nicht", sagte Russlands Trainer Romanzew nach dem Schlusspfiff. "Wir dürfen in der Defensive nicht so viele Chancen zulassen und in der Offensive nicht so fahrlässig mit unseren Möglichkeiten umgehen. Trotzdem bin ich zuversichtlich, wir haben ein starkes Team. Ich hoffe, dass uns gegen Japan die verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen." Tunesiens Coach Ammat Souayah gratulierte dem Gegner zum Sieg. "Das war ein starkes
russische Team", so Souayah. "Leider haben wir unsere Chancen vor den beiden Toren nicht genutzt. Wir müssen bis zum nächsten Spiel hart arbeiten, vor allem im mentalen Bereich. Gegen Belgien müssen wir
drei Punkte holen."
Romantsew musste gegen Tunesien auf seinen Spielmacher Alexander Mostowoj wegen anhaltender Oberschenkel-Probleme verzichten. Dennoch hatten die Russen etwas mehr Spielanteile und agierten sicherer. Gute Tormöglichkeiten besaßen zunächst Walerj Karpin (3.) und Andrej Solomatin (15.) mit Distanzschüssen sowie Ruslan Pimenow (16.) mit einem Seitfallzieher. Dann scheiterte Titow (45.) aus rund elf Metern Entfernung und Pimenow (56.) aus kurzer Distanz. Ansonsten fehlte es im Offensiv-Bereich aber zunächst weitgehend an der nötigen Kreativität.
Tunesien versteckte sich bei schwül-warmer Witterung keineswegs. So hatte Kapitän Sellimi bereits in der vierten Minute die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an Russlands Keeper Ruslan
Nigmatullin. Nach einem Missverständnis in der russischen Abwehr hätte zudem Juri Kowtun (21.) fast per Eigentor das 1:0 für Tunesien erzielt. Außerdem traf Slim Ben Achour mit einem Distanzschuss aus rund 20 Metern Entfernung nur knapp vorbei (53.). Nur eine Minute später scheiterte auch Sellimi bei einer
hochkarätigen Chance.
Russland - Tunesien 2:0 (0:0)
1:0 Titow (59.)
2:0 Karpin (64., Foulelfmeter)
Russland: Nigmatullin - Onopko - Nikiforow, Kowtun, Solomatin
- Karpin, Semschow (46. Chochlow), Titow, Ismailow (78.
Alenitschew) - Bestschastnich (55. Sitschew), Pimenow
Tunesien: Boumnijel - Trabelsi, Jaidi, Mkacher, Bouzaiene -
Badra (84. Zitouni), Gabsi (67. Mhadhbi), Ben Achour, Bouazizi -
Sellimi (67. Baya) - Jaziri
Schiedsrichter: Peter Pendergast (Jamaika)
Zuschauer: 40.000
Gelbe Karten: Semschow, Alenitschew - Jaziri, Gabsi