Fußball-WM Spanier schäumen vor Wut
Gwangju - "Die Schiedsrichter haben das Spiel entschieden, nicht die Spieler. Die Entscheidungen hatten nicht viel mit Fußball zu tun. Das war schließlich ein WM-Match und kein Freundschaftsspiel. Da braucht man bessere Unparteiische", tobte der spanische Stürmer Fernando Morientes am Samstag nach der 3:5-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Mitgastgeber Südkorea.
Der Angreifer von Real Madrid war selbst der Leidtragende in der umstrittensten Situation der packenden Partie. Nach zwei Minuten der Verlängerung köpfe der 26-Jährige eine Flanke von Joaquin ein. Doch anstatt auf Golden Goal entschied Schiedsrichter Gamal Ghandour auf Abstoß.
Der Assistent des Ägypters, Michael Ragoonath aus Trinidad, hatte den Ball vor der Hereingabe im Toraus gesehen. Die Zeitlupe entlarvte allerdings die Fehlentscheidung. Schon zuvor wurde den Spaniern ein Treffer aberkannt. Bei einem Eigentor des Koreaners Kim Tae-Young (48.) wollte Ghandour zuvor ein Foul von Ivan Helguera erkannt haben.
"Gegen Schiedsrichter kann man keine Tore machen"
"Es war kein Skandal des Schiedsrichters, sondern der Schiedsrichter-Assistenten. Es kann nicht sein, dass solche Leute für ein WM-Viertelfinale benannt werden", schimpfte Spaniens Coach Jose Antonio Camacho, "uns hat aber nur gefehlt, dass die Linienrichter mal die Fahnen unten gelassen hätten." Auch Abwehr-Routinier Nadal ließ seinem Unmut freien Lauf: "Gegen Schiedsrichter kann man eben keine Tore machen."
Damit dürfte die Schiedsrichter-Diskussion bei der ersten WM in Asien neu entfacht werden. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte vor kurzem die Leistungen der Referees heftig kritisiert. Vor allem die Italiener fühlten sich beim WM-K.o. gegen die Südkoreaner im Achtelfinale vom Schiri betrogen.