Gasprom-Deal: "Putin wird Schalke-Fan" - DER SPIEGEL
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Gasprom-Deal "Putin wird Schalke-Fan"

Der Millionen-Deal mit dem russischen Energie-Riesen Gasprom soll Schalke 04 international konkurrenzfähig machen. Im Interview mit dem SPIEGEL spricht der Aufsichtsratschef des Bundesligisten, Clemens Tönnies, über sein Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Herr Tönnies, was verspricht sich Putin von Schalkes Sponsorvertrag mit dem halbstaatlichen Energiekonzern Gasprom – etwa Unterstützung für die russische Energiepolitik?

Clemens Tönnies: Das wäre zu hoch gegriffen. Gasprom will in Deutschland Fuß fassen, wir haben einen starken Partner gesucht, um internationaler zu werden. Da hatten wir zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee. Für Gasprom geht es schlicht um eine Marketingplattform. Putin hat sich über den Abschluss gefreut.

Schalke-Boss Tönnies (l.), Putin: Detaillierte Kenntnisse

Schalke-Boss Tönnies (l.), Putin: Detaillierte Kenntnisse

Foto: REUTERS

SPIEGEL: Kennt er sich in der Fußball-Bundesliga aus?

Tönnies: Erstaunlich detailliert sogar. Er wusste beispielsweise, dass unsere Arena ein herausschiebbares Spielfeld hat. Wir haben ja mit Zenit St. Petersburg, der einer Gasprom-Tochter gehört, eine Kooperation vereinbart, und wir werden den Club beim Stadionbau beraten. Ich hätte gern einen deutschen Bauträger empfohlen, aber dafür hat im Gespräch in Putins Suite leider die Zeit nicht gereicht.

SPIEGEL: Wie in Energiefragen in Europa verbreitet sich auch in der Fußballwelt eine Angst vor zu großer Abhängigkeit von den Russen. Ist sie in Schalke unbegründet?

Tönnies: Absolut. Gasprom hat nie auch nur um einen Posten in unserem Aufsichtsrat gebeten. Da wollen wir unseren Verein auch mal nicht überbewerten: Als hätte solch ein Weltunternehmen keinen sehnlicheren Wunsch, als sich Schalke 04 unter den Nagel zu reißen.

SPIEGEL: Wird Putin, dem Sie ein Trikot schenkten, jetzt Schalke-Fan?

Tönnies: Ich gehe davon aus. Ich habe ihn zu einem Heimspiel eingeladen und die Partie gegen Bayern München Anfang November oder gegen Borussia Dortmund im Dezember vorgeschlagen. Er konnte nichts versprechen, will sich aber bemühen.

Das Interview führte Jörg Kramer

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