Umstrittener Fifa-Präsident DFB-Boss Neuendorf nennt Infantinos Brief »durchschaubares Manöver«
Gianni Infantino und Bernd Neuendorf gemeinsam bei der WM 2022 in Katar
Foto:Uwe Kraft / IMAGO
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat das Reformangebot von Fifa-Präsident Gianni Infantino als »durchschaubares Manöver« bezeichnet. Es gehe Infantino darum, seine Wiederwahl im kommenden Jahr zu sichern, erklärte Neuendorf in einer Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.
Der Präsident des Fußball-Weltverbands hatte zuvor auf die anhaltende Kritik an seinem Führungsstil reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der Fifa angeboten. »Grundsätzlich scheint nun auch die Fifa erkannt zu haben, dass Änderungen unerlässlich sind«, erklärte Neuendorf. Infantino sei jedoch »definitiv nicht die richtige Person, um einen Reformprozess zu moderieren«. Er habe »jegliche Glaubwürdigkeit verspielt«.
Infantino signalisiert Reformbereitschaft
Infantino kündigte in dem Brief eine unabhängige externe Überprüfung der Führung und Entscheidungsstrukturen der Fifa sowie Gespräche über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an. Dabei soll es auch um die Rolle des Präsidenten gehen.
Neben dem DFB und anderen fordert vor allem die Europäische Fußball-Union Uefa Infantinos Rückzug als Fifa-Präsident und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist die Rolle Infantinos beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen.
Infantino hält jedoch an einer Kandidatur für eine vierte Amtszeit als Fifa-Präsident beim Kongress im März 2027 fest. Einen Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahl konnten die Uefa und die Fußballverbände aus Nord- und Mittelamerika bislang nicht benennen.
Wichtige Termine sind nun ein Treffen der Uefa mit allen 55 Mitgliedsverbänden am 8. Oktober in Berlin sowie die Sitzung des Fifa-Councils am 15. Oktober in Zürich. Bei der Sitzung will Infantino über seine Reformvorschläge sprechen.
Es tobt ein Machtkampf um die Zukunft des Fußballs. Uefa-Vizepräsidentin Laura McAllister arbeitet am Sturz von Gianni Infantino. Wer die Frau ist, die sich gegen den Fifa-Boss erhebt, lesen Sie hier.