Gisdol fordert Wiederholungspiel nach Phantomtor - DER SPIEGEL
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Vor Phantomtor-Urteil Gisdol fordert Wiederholungsspiel

Mit Spannung blickt die Bundesliga am Montag auf das DFB-Sportgericht in Frankfurt. Die Richter urteilen dann über die Folgen des Phantomtors von Sinsheim. Für Hoffenheims Trainer wäre ein Wiederholungsspiel die fairste Lösung. Unterstützung erhält er vom Uefa-Boss.
Hoffenheim-Trainer Gisdol: "Chance der Vorbildfunktion"
Hoffenheim-Trainer Gisdol: "Chance der Vorbildfunktion"

Hoffenheim-Trainer Gisdol: "Chance der Vorbildfunktion"

Foto: Bongarts/Getty Images
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Hamburg - Hoffenheims Trainer Markus Gisdol hat sich vor der Verhandlung des DFB-Sportgerichts über das Phantomtor von Stefan Kießling beim 2:1-Sieg von Bayer Leverkusen in Hoffenheim vehement für ein Wiederholungsspiel ausgesprochen. "Wenn wir das Spiel nicht wiederholen, wird es in Zukunft so sein, dass bei außergewöhnlichen Situationen die Spieler fast dazu aufgerufen sind, lieber mal nichts zu sagen, damit sie hinterher die drei Punkte haben. Im Umkehrschluss, wenn das Spiel wiederholt wird, weiß jeder Spieler, er ist aufgefordert zum Fairplay, also direkt hinzugehen und etwas zu sagen", sagte er am Sonntag in der Sport1-Sendung "Doppelpass".

Gisdol sieht die am Montag vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu fällende Entscheidung daher "als weitreichend an. Wir haben eine sehr große Chance, von Deutschland aus auch eine Vorbildfunktion zu übernehmen", betonte der Fußball-Lehrer. Man dürfe sich nicht hinter der Fifa verstecken, die in der Causa auf das Prinzip der Tatsachenentscheidung pocht.

"Es ist eine solch außergewöhnliche Situation, da geht es um mehr. Einen solchen Fall gab es noch nie, vielleicht muss man da auch mal ein Zeichen setzen. Das ist meine Aufforderung", sagte Gisdol.

Platini: "Wäre ein großartiges Zeichen von Fairplay"

Einen prominenten Unterstützer erhielt Gisdol, der selbst bei der Verhandlung nicht anwesend sein wird und "jedes Ergebnis akzeptieren" will, in Uefa-Boss Michel Platini. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union sprach sich am Rande des DFB-Bundestages für ein Wiederholungsspiel aus. "Es wäre ein großartiges Zeichen von Fairplay, wenn beide Clubs sich einigen, das Spiel zu wiederholen", sagte der Franzose.

Als Zeugen sind am Montag Bayer-Torschütze Kießling, die beiden Greenkeeper der TSG Hoffenheim, die das löchrige Tornetz aufgehängt hatten, und das vierköpfige Schiedsrichter-Gespann um Felix Brych geladen. Der Unparteiische wird sich wohl darauf berufen, dass es sich um eine Tatsachenentscheidung gehandelt hat.

Kritik am DFB äußerte der Sportrechtler Lothar Jordan. Der Vizepräsident des Arbeitsgerichts Mannheim/Heidelberg sprach in einem Interview der "Rhein-Neckar-Zeitung" von einer unbotmäßigen Einflussnahme durch DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der die Chancen auf eine Wiederholung als "sehr gering" bezeichnet hatte.

"Er gibt damit eine Prognose über den Ausgang eines Verfahrens vor dem eigenen Sportgericht ab - und drohte außerdem mit der Fifa", erklärte Jordan zu den Koch-Äußerungen. "Das wäre in etwa so, als wenn mein Justizminister in der Öffentlichkeit den Ausgang eines Verfahrens bei mir voraussagen und zudem mit dem Europäischen Gerichtshof drohen würde. Diese Vorabeinschätzung hat mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nichts zu tun."

aha/dpa