Gladbacher Stadionneubau Dreieinhalb Jahrzehnte Warten
Mönchengladbach - "Wir stoßen in neue Dimensionen vor", sagt Gladbachs Präsident Rolf Königs, "das Stadion eröffnet uns ganz neue Perspektiven. Wir finden nun wirtschaftliche Rahmenbedingungen vor, wie wir sie am Bökelberg nicht hatten. Mit dieser Grundlage wollen wir in drei, vier Jahren wieder oben anklopfen." In den drei Spielzeiten nach dem Wiederaufstieg in die erste Liga 2001 kämpfte der fünfmalige Deutsche Meister (1970, 1971, 1975, 1976 und 1977) stets gegen den Abstieg.
Bei Bundesligaspielen dürfen 53.148 Fans in den Borussia-Park, das an der Hennes-Weisweiler-Allee gelegene Stadion hat 37.440 Sitz- und 15.708 Stehplätze. Bei anderen Veranstaltungen wie etwa Konzerten beträgt das maximale Fassungsvermögen 60.000 Zuschauer. Das neue Stadion kostet 87 Millionen Euro und wurde in 20 Monaten Bauzeit fertig gestellt. 7,7 Millionen bezahlt der Verein, die Stadt Mönchengladbach gewährt ein Darlehen in Höhe von 35,8 Millionen Euro. Für 43,5 Millionen Euro wurden Kredite aufgenommen. Zum Vergleich: Das neue Münchner Stadion kostet 266 Millionen, das in Düsseldorf 216.
"Wir haben insgesamt über 35 Jahre gewartet, um das neue Stadion zu bauen. Das sagt schon aus, welche Bedeutung dieser Bau für uns hat", sagt Königs. Von den 42 Logen - Miete zwischen 50.000 bis 70.000 Euro - sind die meisten schon vergeben. In dem Stadion wird der Club künftig Geschäftsstelle, Fanshop, Museum und eine große Sportbar unterbringen. Dazu gehören auch die neuen Trainingsplätze inklusive Jugendinternat auf dem über 200.000 Quadratmeter großen ehemaligen Militärgelände.
"Die Rahmenbedingungen passen. Nun kümmern wir uns um die sportliche Zukunft", sagt Königs weiter. Zur neuen Saison, in die der Club mit dem Rekordetat von 40,1 Millionen Euro geht, verpflichtete die Borussia einige bekannte Spieler. Christian Ziege (Tottenham Hotspur), Oliver Neuville (Bayer Leverkusen), Milan Fukal (Hamburger SV) und Nico van Kerckhoven (Schalke 04) wurden geholt. Bislang konnte der Club jedoch noch keinen Namenssponsor für die Spielstätte finden. "Wir stehen im Dialog", sagt Geschäftsführer Stephan Schippers.
Immerhin wurden 23.000 Dauerkarten verkauft, die ersten Spiele inklusive der Eröffnungsfeier sind fast ausverkauft. Vor der Premiere im neuen Stadion steht eine große Umzugszeremonie an. Morgen werden über 2000 Fans zu einem Fußmarsch von der alten Spielstätte am Bökelberg zum etwa zehn Kilometer entfernten Neubau aufbrechen. Zu einem Blitzturnier (ab 19 Uhr live im DSF) haben sich Bayern München und der AS Monaco angesagt. Vor dem Fest, das bis nach Mitternacht dauern soll, werden drei Pfarrer das neue Stadion am Marathontor segnen.