Golfball-Attentat: Schüler war der Täter - DER SPIEGEL
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Golfball-Attentat Schüler war der Täter

Die Freiburger Polizei hat den "Golfball-Attentäter" des Bundesligaspiels SC Freiburg gegen Bayern München festgenommen. Es handelt sich um einen 16-jährigen Schüler.
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Freiburg - Der Freiburger Golfball-Werfer ist gefasst: Zwei Tage, nachdem Nationaltorhüter Oliver Kahn beim Bundesliga-Spiel des Sportclubs gegen Bayern München am Kopf verletzt wurde, hat die Polizei einen 16-jährigen Schüler als Täter ermittelt. Er ist geständig. Die Freiburger Polizeidirektion teilte am Freitag mit, der Jugendliche von Zuschauern identifiziert und vorläufig festgenommen worden. Der SC Freiburg muss sich am 20. April (11.30 Uhr) vor dem Sportgericht des DFB verantworten. In Frankfurt soll geklärt werden, ob sich der badische Club möglicherweise der Vernachlässigung der Platzaufsicht schuldig gemacht hat. Für diesen Fall könnte eine Platzsperre oder eine Geldstrafe ausgesprochen werden.

Offenbar hat es sich ausgezahlt, dass der Sportclub eine Belohnung von 1000 Mark für Täterhinweise ausgesetzt hat. Fahnder des Polizeireviers Süd hatten den 16-Jährigen, der aus dem Elztal 20 Kilometer nördlich von Freiburg kommt, ausfindig gemacht. Ihm drohen eine Jugendstrafe wegen Körperverletzung und ein bundesweites Stadionverbot. Kahn war am Mittwochabend in der vorletzten Minute der Begegnung Freiburg - Bayern (1:2) von einem Golfball am Kopf getroffen worden. Seine Verletzung über dem linken Auge musste mit zwei Stichen genäht werden. Während der FC Bayern auf einen Protest verzichtete, behält sich der 30-jährige Torhüter rechtliche Schritte gegen den Täter vor.

"Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Wir haben nicht fahrlässig gehandelt und rechnen auch nicht damit, dass der DFB uns mit einer drakonischen Strafe belegt", wehrte sich SC-Manager Andreas Rettig gegen Sanktionen. Die Freiburger wollen jedoch selbst Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen. "Es hat sich etwas verändert", kritisierte Trainer Volker Finke grundsätzlich das Publikum. "Früher wurde hier auch schon mal der Gegner mit Beifall begrüßt."

So musste Kahn nicht nur Beschimpfungen hinnehmen, sondern wurde auch mit Bananen beworfen. "Es ist unanständig, was da passiert, und man kann das so nicht hinnehmen", sagte Finke. Beim nächsten Heimspiel am 22. April gegen Schalke 04 will seine Mannschaft im Stadionmagazin einen Aufruf zu Gewaltlosigkeit starten.