Gratis-Bundesliga: DFL gegen Public Viewing - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gratis-Bundesliga DFL gegen Public Viewing

Nach dem riesigen Erfolg bei der Weltmeisterschaft sollen auch Bundesliga-Spiele auf Großbildleinwänden übertragen werden. Das fordert zumindest Harald Strutz, Präsident von Mainz 05 und zugleich Vizepräsident des Ligaverbandes. Die Deutsche Fußball Liga wiederum gibt sich reserviert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "Public Viewing wird die Zukunft sein, vor allem bei Auswärtsspielen", sagte Strutz der "Bild am Sonntag". "Die Leute wollen ein Gemeinschaftserlebnis. Nach der WM wird man geradezu dazu aufgefordert. Es gibt nichts Besseres." Während der WM verfolgten viele Millionen Menschen die Spiele auf Großbildleinwänden auf öffentlichen Plätzen oder in Gaststätten. Die Fifa-Fanfeste wurden teilweise wegen Überfüllung geschlossen.

So soll laut Strutz bei den Heimspielen vor den Stadien eine Videowand aufgebaut werden. Dort könnten Zuschauer auch ohne Eintrittskarte Stadionluft schnuppern. Bei den Auswärtsspielen könnten sich die Fans dann zum Public Viewing im Mainzer Stadion treffen. "Wir haben das ja schon vor der WM gemacht, zum Beispiel bei unseren Pokalendspielen", sagte auch Peter Peters, Geschäftsführer von Schalke 04. "Der Erfolg war groß. Jetzt ist das Thema richtig akut geworden, wir werden uns mit Sicherheit damit beschäftigen."

Auch der deutsche Rekordmeister Bayern München will bei den anstehenden Topspielen eine Großbildleinwand zur Verfügung stellen. Der Hamburger SV bietet in einem kleineren Rahmen bereits eine Form des Public Viewing an. "Bisher veranstalten wir mit unserem Kino-Partner zu jedem HSV-Spiel Vorführungen. Das ist auch eine Art Public Viewing", sagte HSV-Vorstand Katja Kraus.

Allerdings stoßen die Pläne der Erstligisten bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und deren Pay-TV-Partner Arena auf wenig Gegenliebe. Denn die Rechte für Public Viewing in Gaststätten und Hotels liegen bei Arena. "Bei anderen Sachen wie Großbildleinwänden auf öffentlichen Plätzen sind wir im Sinne unseres Partners Arena sehr defensiv", sagte DFL-Sprecher Tom Bender und sprach sich damit grundsätzlich gegen eine "Gratis-Bundesliga" aus.

mac/sid

Mehr lesen über